Druck aus Osteuropa wächst

Goldene Zeiten für IT-Einsteiger vorbei

07. März 2005
Von Ingo Butters
Die Einstiegseinkommen von IT-Fachkräften sind offenbar am oberen Ende der Fahnenstange angekommen. Die Grundgehälter stagnieren – auf dem hohen Niveau von durchschnittlich 41.000 Euro. Zusammen mit den Schweizer Kollegen liegen die Deutschen damit europaweit an der Spitze, wie eine Gehaltsstudie von Towers Perrin zeigt.

Im Vergleich zu europäischen Nachbarn werden die IT-Einsteiger hierzulande gut bezahlt: In Italien beispielsweise müssten sie sich mit etwas mehr als der Hälfte, nämlich 23.000 Euro begnügen. Mehr als deutsche IT-Neulinge bekommen nur die Kollegen in der hochpreisigen Schweiz: Sie haben am Jahresende im Durchschnitt 49.000 Euro in der Lohntüte.

Trotzdem ist die Erhebung für deutsche IT-Einsteiger kein Grund zum Jubeln: Noch im Vorjahr waren die Einstiegsgehälter um fünf Prozent gewachsen. Auf diesem Niveau verharren sie jetzt, gehen in einzelnen Bereichen sogar spürbar zurück. Am härtesten trifft es Angestellte aus dem Key Account-Management: Einsteiger können dort derzeit nur mit 82 Prozent des Grundgehalts rechnen, das vor einem Jahr üblich war. Beim so genannten Zielgehalt, hier werden erfolgsabhängige Zahlungen mit berücksichtigt, ist der Rückgang mit 69 Prozent noch deutlicher.

Mit mehr Selbstbewusstsein in Gehaltsverhandlungen gehen können dagegen IT-Fachleute, die in die Bereiche Training oder Recht streben: Hier werden durchschnittlich sieben beziehungsweise elf Prozent höhere Einstiegsgehälter als im Vorjahr bezahlt.

Dass die Einstiegsgehälter in der deutschen IT-Branche insgesamt zurückgehen, ist auch darauf zurückzuführen, dass internationale Konzerne den Standort Osteuropa für sich entdecken.

Zwar zahlen die Multis ihren Angestellten in EU-Ländern wie Ungarn, Tschechien oder Polen im Schnitt zehn Prozent mehr als im Landesdurchschnitt üblich. Doch selbst mit der national guten Entlohnung kommen IT-Einsteiger in diesen Ländern nur auf Jahresgehälter zwischen 10.000 und 12.000 Euro. In Zeiten transnationaler Märkte bleibt das auch für Deutschland nicht ohne Folgen.

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