Unternehmenslösung

Google sucht in der Deutschen Post

20. Oktober 2006
Reppesgaard studierte in Hannover und arbeitete danach als Reporter und Moderator bei Hörfunk von Radio Bremen zu innen- und jugendpolitischen Themen und in den Bereichen Technologie und Wissenschaft. Seit dem Jahr 2000 lebt er in Hamburg, seit 2001 arbeitet er mit Christoph Lixenfeld im druckreif Redaktionsbüro zusammen.
Der Suchmaschinen-Anbieter will ins Geschäft mit Unternehmen einsteigen und bietet verstärkt Lösungen für sie an. Selbst Konzerne wie die Deutsche Post arbeiten mit der Technik.

Eines der größten Intranetze der Welt betreibt die Deutsche Post World Net. Es umfasst mehr als 50 000 Seiten mit rund 120 000 Dokumenten. Zeit- und nervenaufreibendes Suchen nach dem richtigen Formular für die Reisekostenabrechnung oder Informationen über ein exotisches Zielland einer Fracht wie Usbekistan scheint programmiert. „Ohne Hilfsmittel ist das Angebot nicht mehr zu überblicken“, sagt Dirk Zimmermann, der das Corporate Intranet verantwortet.

Damit Mitarbeiter die richtigen Inhalte auf ihren Bildschirmen sehen, setzt die Post auf eine kleine Kiste in einem Server-Rack: eine Search Appliance, die alle Inhalte des Unternehmensnetzes durchforstet und indexiert hat. Hergestellt hat sie das Unternehmen, dessen Name mittlerweile zum Synonym für Suchen im Internet geworden ist: GoogleGoogle. Alles zu Google auf CIO.de

Im Markt für Unternehmenssuchlösungen tummeln sich bisher vor allem Anbieter mit hoch komplexen Lösungen wie Autonomy, Endeca und Fast. Ihre Lösungen müssen allerdings meist aufwändig in die Firmennetzwerke integriert werden und erfordern viel Pflege. Die Google-Suche lässt sich dagegen im Plug&Play-Verfahren integrieren. Die 30 000 Euro teure Maschine nimmt selbstständig die Arbeit auf, bearbeitet bis zu 25 Abfragen pro Sekunde und durchforstet dabei bis zu drei Millionen Dokumente. Ergebnisse findet sie mit der so genannten „One-Box“-Technologie, einer Weiterentwicklung der Verfahren zum Suchen und Auswerten von Informationen aus der Internet-Suche.

Dass Google mittlerweile auch Transaktionen mit relationalen Datenbanken in Echtzeit erfassen kann, ist Folge von Kooperationen mit großen Softwareherstellern: Unter anderem ließen sich OracleOracle, CRM-Spezialist Salesforce.com, Cisco sowie die Business-Intelligence-Anbieter SAS und Cognos in die Karten schauen. Dabei stellen Verbindungsbausteine sicher, dass Google auch Daten aus deren Beständen auffindet, ohne sie vorher wie Webseiten durch Suchroboter zu indexieren. So können in der One-Box beispielsweise Kontaktinformationen aus dem Cisco-Call-Manager, Angaben über die Produktivität aus Cognos-Anwendungen und Verkaufszahlen aus dem Kunden-Management-System von Salesforce.com mit einem Klick ermittelt werden. Alles zu Oracle auf CIO.de

Ergebnisse überzeugten nicht

Weltweit setzen 3500 Unternehmen Googles Unternehmenssuchtechnologie ein, unter anderem die Carl Zeiss AGCarl Zeiss AG und die Deutsche Post. Zuvor hatte die Post die Suchtechnologie eines anderen Anbieters im Einsatz. Die teure Integration rechnete sich nicht, weil die Ergebnisse nicht überzeugten. „Wir haben unser neues Suchwerkzeug deshalb bewusst als Google-Search gekennzeichnet, denn mit unserer vorherigen Suchlösung hatten wir Akzeptanzprobleme“, sagt Zimmermann. Top-500-Firmenprofil für Carl Zeiss AG

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