Dienstagsgerücht

Google will eine Milliarde in Raumfahrt-Firma SpaceX stecken

20. Januar 2015
Der Wettlauf um die Internet-Versorgung von Entwicklungsländern per Satellit scheint eröffnet. Es geht darum, Milliarden Menschen neu ins Netz zu bringen - die auch potenzielle Kunden für Google, Facebook & Co wären.

Google verhandelt nach Medienberichten über einen groß angelegten Einstieg bei der privaten Raumfahrtfirma SpaceX. Es gehe um rund eine Milliarde Dollar (rund 860 Millionen Euro), schrieb das "Wall Street Journal" in der Nacht zu Dienstag. Die geplante Investition habe mit den Plänen von SpaceX für ein Satelliten-Netz zur Versorgung mit Internet-Zugängen zu tun, berichtete auch die Technologie-Website "The Information" unter Berufung auf informierte Personen. Die Finanzierungsrunde mit mehreren Geldgebern bewerte SpaceX mit mehr als zehn Milliarden Dollar, hieß es.

SpaceX-Raumkapsel
SpaceX-Raumkapsel
Foto: SpaceX

Google arbeitet genauso wie Facebook daran, Milliarden Menschen in Entwicklungsländern ins Internet zu bringen. Dafür will Google unter anderem Antennen auf Ballons in der Stratosphäre einsetzen.

SpaceX-Gründer Elon Musk, der auch hinter dem Elektroauto-Pionier Tesla steht, hatte erst vor wenigen Tagen die Pläne für das Netz aus hunderten tieffliegenden Satelliten zur günstigen Internet-Versorgung öffentlich gemacht. Der Aufbau könnte nach Medienberichten rund zehn Milliarden Dollar kosten und fünf Jahre dauern. Technische Details blieben zunächst weitgehend unklar. SpaceX entwickelte bisher Raketen.

Google verfolgte auch ein eigenes Satelliten-Projekt, nach dem Weggang des federführenden Managers Greg Wyler werde nun aber eine Alternative gesucht, schrieb "The Information". Wyler hatte jüngst ein eigenes Internet-Satellitenprojekt mit dem Namen "OneWeb" angekündigt, das unter anderem vom Chipkonzern Qualcomm unterstützt wird. Er habe ebenfalls über eine Kooperation mit SpaceX verhandelt, die Gespräche seien jedoch gescheitert, berichtete das "Wall Street Journal".

Auch Facebook schwebt zur Internet-Versorgung in Entwicklungsländern ebenfalls ein System mit Satelliten und Antennen auf Drohnen vor. Im Rahmen der Initiative Internet.org arbeitet das weltgrößte Online-Netzwerk bereits mit Telekomunternehmen zusammen. Google und Facebook verweisen darauf, dass bisher die Mehrheit der Weltbevölkerung noch nicht online ist - und hoffen auf Milliarden neuer Kunden.

Für Google ist es nicht der erste Vorstoß ins Weltraumgeschäft: der Internet-Konzern kaufte im vergangenen Jahr bereits die Firma Skybox, deren Satelliten Videoaufnahmen in hoher Auflösung von der Erdoberfläche machen sollen. (dpa/tc)

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