Beliebte Arbeitgeber für IT-Spezialisten

Große und bekannte Unternehmen kommen an

16. Oktober 2014
Peter Ilg ist freier Journalist in Aalen.
Ihren Traumarbeitsplatz verorten IT-Absolventen seit Jahren bei Google oder SAP. Haben IT-Spezialisten, die sich in der Arbeitswelt auskennen, dieselben Wunschunternehmen?
Anneke Rietzel, User Experience Designerin bei Google: „Die Hierarchien sind flach. Geht nicht gibts nicht und es geht alles verdammt schnell.“
Anneke Rietzel, User Experience Designerin bei Google: „Die Hierarchien sind flach. Geht nicht gibts nicht und es geht alles verdammt schnell.“
Foto: Google

Ein Bild über ein Unternehmen entsteht auf ganz unterschiedlichen Wegen. Die einen informieren sich bei Bekannten, andere in den MedienMedien. Anneke Rietzel, 35, ist schlichtweg von Googles Produkten fasziniert. „Ohne Google-Maps gehe ich nicht aus dem Haus.“ Aufbau, Inhalte, Bedienbarkeit findet sie gelungen. Sie kann das beurteilen, weil sie vom Fach ist. Zuerst hat sie Multimedia-Design studiert, anschließend Informatik, „als perfekte Ergänzung zum Design, weil Multimedia rein digital ist“. 2006 war sie mit ihrem zweiten Studium fertig, hat dann in zwei Agenturen gearbeitet. Dort entwickelte sie E-Learning-Systeme und Web-Applikationen. Top-Firmen der Branche Medien

Seit August 2013 ist sie User Experience Designerin bei GoogleGoogle in München. User Experience Designer arbeiten beispielsweise daran, wie Nutzer aus 200 eingegangen Mails, ohne sie lesen zu müssen, erkennen können, welche wichtig sind. „Wir überlegen uns Lösungen und testen mit Anwendern. Sind die Ideen gut, werden sie im System implementiert.“ So entstanden Infobox-Typen für E-Mails: das System priorisiert Mails, die direkt an den Empfänger gerichtet wurden. Alles zu Google auf CIO.de

„Es ist schon der Wahnsinn, an Produkten zu arbeiten, die Milliarden Menschen nutzen.“ Rietzel ist sehr zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. „Die Hierarchien sind flach. Geht nicht gibts nicht und es geht alles verdammt schnell.“ Bei Google sind die Entwicklungszyklen kurz, weil das Unternehmen nach dem Prinzip agiler Methoden arbeitet. Und das in einer Kultur, die einem Startup gleicht. Rietzel vergleicht die Atmosphäre mit der Kreativität an einer Uni.

Rund zwei Millionen Bewerbungen bekommt Google jährlich. „Die Faszination für Google zu arbeiten, zieht sich durch alle Altersklassen“, sagt Frank Kohl-Boas, Personalchef für mehrere europäische Staaten, darunter auch Deutschland. Ähnliches sagt auch Christine Keiner, Director RecruitingRecruiting bei SAPSAP in Walldorf, dem Zweiplatzierten im Trendence-Ranking: „Das Interesse an SAP als Arbeitgeber ist nicht abhängig vom Alter der Bewerber.“ Etwa 33.000 Bewerbungen hat SAP 2013 in Deutschland erhalten. "Die Anzahl eigehender Bewerbungen verhält sich analog zu den Ausschreibungen. Das Gros sind Professionals, von dieser Gruppe erhalten wir deshalb auch die meisten Bewerbungen.“ Alles zu Recruiting auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Christine Keiner, Director Recruiting bei SAP: „Mich hat die Vielfalt der Kollegen gereizt: andere Kulturen, tausende unterschiedlich ausgebildete Kollegen, mit unterschiedlichen Perspektiven.“
Christine Keiner, Director Recruiting bei SAP: „Mich hat die Vielfalt der Kollegen gereizt: andere Kulturen, tausende unterschiedlich ausgebildete Kollegen, mit unterschiedlichen Perspektiven.“
Foto: SAP

340 Absolventen hat SAP im vergangenen Jahr eingestellt und 1800 Professionals. Absolventen legen Wert auf innovative Produkte, sie wollen in einem global tätigen Unternehmen arbeiten und etwas bewegen können, so Keiners Erfahrungen aus vielen Vorstellungsgesprächen. „Im Laufe der Zeit ändern sich dann Wünsche und Ansprüche an den Arbeitgeber.“ Professionals sind sinnstiftende Arbeit, Entwicklungsmöglichkeiten und räumliche sowie zeitliche Flexibilität bei der Arbeit wichtig. „Entscheidend aber ist die Antwort auf die Frage eines Bewerbers, die er sich selbst stellen muss: Pass ich in diese Unternehmenskultur?“, so Keiner.

Darauf gibt es keine Standardantwort, denn die kann nur subjektiv sein. Keiner hatte schon 15 Jahre bei anderen Unternehmen als Personalerin gearbeitet, als sie vor sechs Jahren zu SAP ging. „Mich hat die Vielfalt der Kollegen gereizt: andere Kulturen, tausende unterschiedlich ausgebildete Kollegen, mit unterschiedlichen Perspektiven.“