Bewerben für Einsteiger

Häufige Fehler im Anschreiben

20. November 2014
Journalist bei der PRofilBerater GmbH in Darmstadt, auf Personalführungs- und -entwicklungsthemen spezialisiert.
Bewerber können sich mit Top-Anschreiben positiv von ebenso qualifizierten Mitbewerbern abheben. Diese Chance sollten Sie nutzen!

"In den ersten zwei Tagen nach Erscheinen unserer Stellenanzeige besuchten fast 500 Personen unsere Webseite", erzählt Hans-Joachim Neher, Geschäftsführer der DCS Dialog-Computer-Software GmbH in Darmstadt. Die GoogleGoogle Analytics-Daten zeigten außerdem, dass viele Besucher länger als eine Viertelstunde auf der Webseite verweilten. Alles zu Google auf CIO.de

Umso überraschter war Neher, als er die Bewerbungen als "Assistent(-in) der Geschäftsführung" sichtete. Von den über 100 Bewerbern, fast ausschließlich Frauen, ging höchstens ein Viertel auf den Text der Stellenanzeige ein. "Bei vielleicht einem Dutzend der Bewerbungen merkte man, dass unsere Webseite überhaupt besucht wurde."

In allen Bewerbungsratgebern steht: "Nehmen Sie im Anschreiben Bezug auf die Stellenanzeige. Zeigen Sie, dass Sie sich über das Unternehmen informiert haben." Trotzdem tut dies das Gros der Bewerber nicht. Meist versenden sie an alle Unternehmen weitgehend dasselbe Standard-Anschreiben. "Und dann jammern sie, dass sie nur Absagen erhalten", kritisiert Meera Gandbhir von der Personalberatung Conciliat in Stuttgart. "Wer sich so wenig Mühe gibt, erhält zu Recht eine Absage."

Checken und prüfen

Nicht oft genug kann betont werden, dass Sie als Stellensucher ausreichend Zeit und Energie auf das Formulieren des Anschreibens verwenden sollten. "Das gilt insbesondere für wirklich attraktive Stellen, auf die sich viele Personen bewerben", betont Bernadette Imkamp, Leiterin Personalbetreuung und -marketing bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. "Mit dem Anschreiben können sich Bewerber positiv von Mitbewerbern abheben, die einen ebenso qualifizierten Lebenslauf haben."

Wer sich positiv abheben möchte, muss zunächst die Grundanforderungen erfüllen. Das ist oft nicht der Fall, kritisiert Markus Vogel, Personalauswahlexperte beim Bildungsdienstleister Provadis, Frankfurt. Firmenvertreter seien immer wieder erstaunt, wie oft sogar die Anschreiben von Akademikern vor Rechtschreibfehlern strotzten. In auffallend vielen Bewerbungen befänden sich sogar noch die Namen "fremder Unternehmen und Ansprechpartner". Deshalb wiederholt Vogel einen Rat, den jeder Bewerber verinnerlicht haben sollte: "Lassen Sie das Anschreiben nach dem Verfassen noch einen Tag liegen und lesen Sie es dann erneut Korrektur, am besten lassen Sie es vor dem Versenden noch von Freunden oder Verwandten gegenlesen."

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