Verschärfter Wettbewerb in Westeuropa

Harte Bandagen im IT-Services-Markt nötig

21. Oktober 2004
Von Detlef Scholz
Der Markt für IT-Services in Westeuropa ist durch scharfen Wettbewerb, Komplexität und Unsicherheit geprägt. Die Anbieter sehen sich mit ständig wechselnden Herausforderungen, aber auch stets neuen Möglichkeiten konfrontiert. Die Marktforscher von IDC haben das Marktgeschehen analysiert.

Der verschärfte Wettbewerb im IT-Services-Markt ist Ausdruck einer schwachen Wirtschaft, gekürzter Ausgaben und "renitenter" Kunden. Zudem tragen überschüssige Kapazitäten der Anbieter und Preisverfall zu den rauen Marktbedingungen bei. Der Wettbewerb findet nicht nur unter den Großanbietern statt. Auch von ihren Auftraggebern und Marktneulingen aus Offshore-Ländern bläst ihnen der Wind ins Gesicht. Die Situation wird durch Anbieter, die um jeden Preis gewinnen wollen, noch verkompliziert.

IDC hat eine Rangliste der zehn Topanbieter von IT-Services in Westeuropa für das Jahr 2003 erstellt. Sie wird angeführt von IBMIBM Global Services. Die IT-Services-Tochter des Konzerns erwirtschaftete 2003 höhere Umsätze und hatte mehr Marktanteile als die beiden folgenden Big Player – EDS und Accenture – zusammen genommen. Als bester deutscher Anbieter landete Siemens Business Services auf Platz 7. Alles zu IBM auf CIO.de

Größer IT-Service-Anbieter in Westeuropa ist eindeutig IBM Global Systems.
Größer IT-Service-Anbieter in Westeuropa ist eindeutig IBM Global Systems.

Der Markt ist hochgradig segmentiert. Die Top-10 besaßen 2003 einen Marktanteil von insgesamt fast 30 Prozent. Um die restlichen gut 70 Prozent kämpfen hunderte von kleineren IT-Services-Anbietern. Die Analysten erwarten, dass die Polarisierung mit wachsender Marktreife weiter voranschreitet. Die führenden Unternehmen werden ihre Dominanz durch organisches Wachstum, Nischenbesetzung und Übernahme mittelgroßer Firmen ausbauen, prognostizieren die Marktforscher.

IT-Services-Unternehmen mit großen Outsourcing-Kapazitäten, etablierter Offshore-Präsenz und hohem Anpassungspotenzial werden den Analysten zufolge die Gewinner sein. Jene hingegen, die ihre Angebote nicht ausreichend differenziert und originell genug gestalten, und die sich nicht schnell anzupassen vermögen, werden wahrscheinlich leiden.

Die Anbieter müssen fähig sein, neue Technologien und Datenstrukturen sowie Geschäftprozesse mit spürbarem Nutzen zu integrieren. Dazu zählen Kosteneinsparungen und Wertschöpfungserhöhung. Nur so lässt sich die Schlacht um das Wachstumssegment BPO (Business Process OutsourcingOutsourcing) gewinnen. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Trotz der rauen Marktbedingungen prognostizieren die Marktbeobachter beachtliche Potenziale im westeuropäischen IT-Services-Segment. Um sie zu nutzen, müssen die Anbieter härter und intelligenter kämpfen.

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