Hamburger IT-Strategietage


IT-Strategietage 2011

Heiner Geißlers Führungstipps

12. Februar 2011
Von Nicolas Zeitler
Gute Führung entscheidet sich am Menschenbild von Managern. Diese Botschaft gab Heiner Geißler den Besuchern der IT-Strategietage mit.
Heiner Geißler, Bundesminister a.D., auf den Hamburger IT-Strategietagen 2011.
Heiner Geißler, Bundesminister a.D., auf den Hamburger IT-Strategietagen 2011.
Foto: Joachim Wendler

Von "Stuttgart 21" können auch CIOs lernen. Heiner Geißler, Bundesminister a.D. verwies auf den 9. Hamburger IT-Strategietagen auf die Inhalte tausender E-Mails, die er nach der Schlichtung des Konflikts um das umstrittene Bahnprojekt erhalten hatte. Darin hätten Bürger nebenbei ihren Frust über alles Mögliche abgelassen, das ihnen bei der Bahn aufstoße. Einer der am häufigsten genannten Kritikpunkte: Die Fahrkartenautomaten.

Geißler übertrug diese Beschwerden in die Arbeitswelt von IT-Chefs: "Schauen Sie in Ihrem Bereich, wo sie Kommunikation unnötig automatisieren", mahnte er. Bei der Bahn jedenfalls funktionierten Information über Verbindungen und Buchung von Reisen im direkten Gespräch im Service-Center viel besser als an Automaten.

Ebenfalls mit Verweis auf das Stuttgarter Bahnprojekt erklärte Geißler in seinem Vortrag "FührungFührung durch Intelligenz und Moral", dass wer Beschlüsse durchsetzen wolle, immer mit Argumenten überzeugen müsse. "Stuttgart 21" zum Beispiel sei vor mehr als zehn Jahren beschlossen worden. Jetzt, da die Bauarbeiten starteten, müsse das der Bevölkerung erneut vermittelt werden – auch wenn das Vorhaben einst schon in den zuständigen Gremien demokratisch legitimiert worden sei. Eigene Interessen durchzusetzen, ob als Generalsekretär der CDU oder als Führungskraft in der Wirtschaft, gelinge nur "durch Überzeugung", so Geißler. Alles zu Führung auf CIO.de

Der Führungsstil – sowohl von Politikern als auch Managern – hänge letztlich von deren Menschenbild ab, sagte Heiner Geißler. "Ethische Intelligenz“ sei von jedem gefordert, der führe. Die IT-Manager im Publikum forderte er auf, sich eine auf den ersten Blick banale Frage zu stellen: "Was ist der Mensch? Wer ist der Mensch?" – Die Antwort eines jeden darauf habe Konsequenzen für seine Art, zu lenken.

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