Führungsnachwuchs fördern

Heute Student, in zehn Jahren IT-Manager

05.10.2012
Von Nicolas Zeitler

Dass die ausgewählten Studenten im Rahmen der Master- oder Doktorarbeit ein eigenes Projekt zusammen mit einem Unternehmen umsetzen, ist ein Pfeiler des Software-Campus. Das Bundesforschungsministerium fördert jedes Projekt über maximal zwei Jahre mit bis zu 100.000 Euro. Im Falle von Andreas Vogelsang stellte den Kontakt zu Bosch sein Doktorvater Professor Manfred Broy her, der ihn auch zur Bewerbung beim Software-Campus anregte.

Promotionsstudenten zu Führungskräften entwickeln

Siegfried Dais, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch, erwartet sich vom Software-Campus Nachwuchs zum Beispiel für das firmeneigene Systemhaus.
Siegfried Dais, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch, erwartet sich vom Software-Campus Nachwuchs zum Beispiel für das firmeneigene Systemhaus.
Foto: Robert Bosch GmbH

Neben der fachlichen Ausbildung soll in dem Programm auch vorangetrieben werden, dass sich die Master- oder Promotionsstudenten zu Führungspersönlichkeiten und Managern entwickeln - auch wenn der Titel Software-Campus das nicht auf den ersten Blick verrät. "Ein starker Fokus liegt auf den Management-Fähigkeiten", sagt Siegfried Dais von Bosch. Vermittelt werden soll den Teilnehmern dieses Rüstzeug in einem individuellen Curriculum.

Zu diesem Zweck begleitet jeden Studenten ein Mentor durch den Software-Campus. Andreas Vogelsang, für den nach der Präsentation auf dem IT-Gipfel im Dezember das Projekt offiziell Anfang Juli gestartet ist, wird seinen Mentor, einen Bereichsleiter von Bosch, zum ersten Mal dieser Tage treffen, wenn er das Unternehmen in Stuttgart besucht.

Von einer "geschützten Zweier-Beziehung" spricht Erik Neumann, der als Projektleiter bei den EIT ICT Labs für die Organisation des Software-Campus zuständig ist. Sprich: Der Mentor ist eine Führungskraft aus dem Unternehmen, mit dem der Student sein IT-Projekt umsetzt - aber nicht der Vorgesetzte, mit dem der Teilnehmer durch sein Projekt direkt zu tun hat. In regelmäßigen Treffen oder Telefonaten, so sieht es der Software-Campus vor, tauschen sich Mentor und Mentee über FührungFührung und Management aus. "Das kann auch über die konkrete Tätigkeit im Unternehmen hinausgehen und sich zum Beispiel um allgemeine Fragen der Lebensplanung drehen", sagt Neumann. Alles zu Führung auf CIO.de

Leute mit Unternehmergeist und Willen gesucht

Mit Master- und Promotionsstudenten schickt der Software-Campus junge Menschen auf den Weg in Richtung Führungsposition, die in der Regel noch keine oder zumindest keine mehrjährige Berufserfahrung mitbringen. Siegfried Dais von Bosch sagt, man suche in dem Projekt Menschen mit "ausgeprägtem Unternehmergeist und dem Willen zu gestalten". Wie lässt sich erkennen, ob ein Bewerber zur späteren Führungskraft taugt? Promotionsstudent Andreas Vogelsang sagt, er habe schon im Studium Seminare zu Führung und Gruppenleitung belegt. "Und ich habe in Projekten gemerkt, dass es mir Spaß macht, in einer Gruppe eine verantwortungsvolle Rolle zu übernehmen."

Zur Startseite