Doktortitel in Firmen wieder mehr nachgefragt

High Potentials winken gute Zeiten

16. Juni 2004
Von Detlef Scholz
Qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind in Deutschland wieder stärker nachgefragt. Insgesamt ist der Bedarf an "High Potentials" aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften am höchsten. Dies verlautet aus einer Umfrage des Consulting-Unternehmens Kienbaum.

Die Beratungs- und Dienstleistungsbranche sieht für das laufende und das kommende Jahr den vergleichsweise höchsten Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal. Andere Branchen halten sich aktuell noch zurück. Mittelfristig wird es aber nicht nur in Nischen einen verschärften Wettbewerb um die Talente geben. In Segmenten wie der Biotechnologie, der Medizin oder in bestimmten Ingenieursbereichen sei er bereits voll entbrannt, so die Kienbaum-Experten.

Stark nachgefragt: Wirtschafts-High-Potentials.
Stark nachgefragt: Wirtschafts-High-Potentials.

High Potentials aus den Wirtschaftswissenschaften haben besonders gute Karten. Von den befragten Unternehmen gaben 16 Prozent einen sehr großen Bedarf an solchen Fachkräften an, je 34 nannten einen großen beziehungsweise mittleren Bedarf. Absolventen der Sozial- und Geisteswissenschaften werden jedoch nicht besonders umworben. Fast zwei Drittel der Umfrageteilnehmer benötigen keine Geistes-, gut die Hälfte keine Sozialwissenschaftler.

Die deutschen Unternehmen rekrutieren ihren Top-Nachwuchs verstärkt europaweit. Zwar gibt es auf dem nationalen Markt in einigen Segmenten einen Bewerberüberhang, doch in Nischen wie der Informatik oder bei Ingenieuren ist die Rekrutierung aufgrund des knappen Angebots sogar weltweit ausgerichtet.

Top-Absolventen der Informatik werden weltweit gesucht.
Top-Absolventen der Informatik werden weltweit gesucht.

Die wichtigsten Zusatzqualifikationen von High Potentials sind qualifizierte Praktika und Sprachkenntnisse. Eine internationale Ausrichtung des Studiums wird im Zuge der Globalisierung immer wertvoller. An Bedeutung gewonnen hat auch die Qualität der Abitur- und Examensnoten. Ein Universitätsabschluss wird von fast allen Branchen höher eingestuft als der Abschluss an einer Fachhochschule. Die Hälfte aller Unternehmen legt Wert auf einen Doktortitel. 85 Prozent der Firmen schätzen einen Master of Business Administration gleichwertig mit einer Promotion ein.

High Potentials starten durchschnittlich mit gut 43.000 Euro Jahresgesamtgehalt in den Job. "Normale" Absolventen kommen auf über 38.000 Euro. Die höchsten Einstiegsgehälter zahlt mit knapp 47.000 Euro die Beratungs- und Dienstleistungsbranche ihren High Potentials. Absolventen hingegen werden bei Finanzdienstleistern mit 42.400 Euro am besten vergütet.

An der Kienbaum-Studie haben sich insgesamt 254 in Deutschland ansässige Unternehmen aller Größen und Branchen beteiligt.

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