Consultant-News


Beratungsmarkt

Hilfe für Outsourcing-Strategie stark nachgefragt

26. Oktober 2015
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Unternehmen suchen Beratung vor allem bei der Providerauswahl und der Sourcing-Strategie, wie eine Studie von Lünendonk zeigt.
Bevor der Vertrag mit dem Outsourcing-Partner unterschrieben ist, holen sich viele CIOs Beratung.
Bevor der Vertrag mit dem Outsourcing-Partner unterschrieben ist, holen sich viele CIOs Beratung.
Foto: FotolEdhar - Fotolia.com

Deutsche Anbieter von IT-Outsourcing-BeratungIT-Outsourcing-Beratung zeigen sich optimistisch. Sie erwarten für dieses Jahr ein Marktwachstum von sechs Prozent, für 2016 gehen sie von acht Prozent Plus aus. Das zeigt die Studie "Der Markt für ICT-Sourcing-Beratung in Deutschland", die der Mindelheimer Berater Lünendonk jetzt vorlegt. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Die ConsultantsConsultants haben dabei mit vier Anbietern kooperiert: Datagroup, ISG Information Services Group, Sepicon und Zelos Management Consultants. Basis der Studie sind Angaben von 28 Anbietern von Outsourcing-Beratung einerseits und 112 Entscheidern aus Unternehmen andererseits. Alles zu Consultant News auf CIO.de

Ausgaben für Outsourcing-Beratung steigen

Der Optimismus der Dienstleister spiegelt sich in den Investitionsabsichten der befragten Entscheider wider. Insgesamt 78 Prozent wollen im kommenden Jahr mehr Geld für Outsourcing-Beratung bereitstellen. Allerdings spricht die Mehrheit (51 Prozent) von einem moderaten Anstieg, nämlich um bis zu fünf Prozent.

Lünendonk hat sich angesehen, bei welchen Themen Beratung beim Auslagern gesucht wird. In vier Punkten sprechen sechzig Prozent oder mehr Befragte von "hoher bis sehr hoher" Nachfrage: IT-Security, Cloud, SAP und Anwendungsentwicklung.

Support benötigen Entscheider vor allem bei der Providerauswahl (76 Prozent "hohe bis sehr hohe" Nachfrage), Entwicklung einer Sourcing-Strategie (74 Prozent), Technologieberatung und -Auswahl (73 Prozent) sowie der Transformation und Umsetzung der Sourcing-Strategie (66 Prozent).

Berater setzen auf Ausschreibungsmanagement - CIOs nicht

Ein Blick auf das Leistungsspektrum der Sourcing-Berater zeigt jedoch andere Schwerpunkte. So bieten 18 Prozent von ihnen Ausschreibungsmanagement an, der Punkt liegt damit vorn. In der Wunschliste der Unternehmen rangiert er aber nur im unteren Mittelfeld. Unterstützung bei der von den Firmen priorisierten Providerauswahl schreiben sich dagegen nur neun Prozent der Sourcing-Berater auf die Fahnen.

Lünendonk wollte wissen, welche Anforderungen die Unternehmen an einen IT-Sourcing-Berater stellen. Punkt eins sind demnach die Kenntnisse des Consultants bezüglich der Branche, in der das jeweilige Unternehmen tätig ist. Außerdem legen die Entscheider auf Unabhängigkeit und IT-Beratungskompetenz des Dienstleisters wert, ebenso auf Technologiekompetenz (etwa SAP oder Cloud) und Referenzen.

Berater soll besser Spezialist als Generalist sein

Unternehmen wenden sich lieber an Consultants, die auf bestimmte Themengebiete spezialisiert sind, als an Generalisten. Klaus Nötzold, Partner der Sepicon AG, kommentiert: "Tier2 und Tier3 haben in diesem Umfeld mit ihren spezialisierten Kenntnissen ganz andere Chancen als früher bei den großen Deals."

Eine weitere Frage an die Entscheider bezieht sich auf den Auswahlprozess eines IT-Service-Providers. Fast jeder Dritte (32 Prozent) führt grundsätzlich eine begrenzte Ausschreibung unter ausgewählten Providern durch, weitere 43 Prozent verfahren "oft" so. Elf Prozent fragen immer nur Provider, mit denen sie bereits zusammenarbeiten, weitere 75 Prozent tun das "oft".

Trend zu Managed Governance Services

Die Zusammenarbeit mit dem Sourcing-Berater endet übrigens nicht automatisch, sobald der passende Outsourcing-Dienstleister gefunden ist. Jedenfalls geben 68 Prozent der Consultants an, die Kunden über die Umsetzung der Entscheidung hinaus zu begleiten. Friedrich Löer, Partner der ISG Information Services Group, spricht von einer steigenden Nachfrage nach Managed Governance Services. Dabei gehe es darum, "die Phase der Delivery zu managen". Löer sagt: "Mit der Vertragsunterschrift ist man am Start angekommen, nicht am Ziel."

Hauptansprechpartner der Sourcing-Berater ist der CIO, so die Erfahrung von Nötzold und Löer. Wie Löer berichtet, beschäftigen manche Kunden einen Global Head of Sourcing samt 50-köpfigem Team. Max Schaber von der Datagroup dagegen hat viel mit Mittelständlern zu tun, wobei er den Begriff weit fasst - es geht durchaus um Firmen mit bis zu zehntausend Mitarbeitern. Seine Erfahrung: Bei den Verhandlungen sitzt immer ein Geschäftsführer mit am Tisch. Schaber: "Der sagt dann oft zu uns: Macht einfach."