Jahresgehälter bis 100.000 Euro

Hohe Ansprüche im SAP-Arbeitsmarkt

22. Oktober 2015
Von Freddy Staudt
SAP-Experten befinden sich weiter auf dem aufsteigendem Ast und können in Beratungshäusern mit Jahresgehältern von bis zu 100.000 Euro und mehr rechnen - doch durch die digitale Revolution und Industrie 4.0 durchleben sie auch eine Zeit des Umbruchs.

SAP-Berater sind weiterhin eine äußerst begehrte Spezies. Der Bedarf an SAP-Expertise lässt sich auf Seiten von SAP-Anwenderunternehmen und Systemhäusern kaum decken. Qualifizierte Bewerber erreichen daher sehr attraktive Gehälter und haben mittlerweile auch mehr Chancen, flexible Arbeitszeiten oder andere Konditionen durchzusetzen, welche es vereinfachen, das Privat- und Berufsleben miteinander zu verbinden.

Zugleich steigen aber auch die Erwartungen von Arbeitgebern weiter an: Es reicht schon lange nicht mehr aus, ERP-Systeme oder bestimmte SAP-Module installieren und anpassen zu können. Immer wichtiger wird ein umfassendes Prozesswissen, Beratungsfähigkeiten und die Kompetenz für Themen wie Cloud, Big DataBig Data, Industrie 4.0Industrie 4.0 - und in diesem Zusammenhang auch HANA. Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Industrie 4.0 auf CIO.de

Der SAP-Arbeitsmarkt boomt, allerdings steigen auch die Anforderungen an die SAP-Experten.
Der SAP-Arbeitsmarkt boomt, allerdings steigen auch die Anforderungen an die SAP-Experten.
Foto: Katherine Welles - shutterstock.com

Laut Thomas Biber, Geschäftsführer bei der SAP-Personalberatung Biber & Associates, ist die Auftragslage bei SAP-Beratungshäusern weiterhin gut. Sie würden derzeit jeden qualifizierten Bewerber einstellen: "Im Gegensatz zur Situation vor anderthalb Jahren gibt es keine guten Berater, die auf der Bank sitzen und auf die Einwechslung warten." Laut Dieter Schoon, Executive Vice President Head of Global Human Resources bei der itelligence AG, hat sein Unternehmen im Jahr 2015 alleine in Deutschland rund 200 Mitarbeiter eingestellt. Unverändert fehlt es an Nachwuchs: "Den Absolventen der Informatik und Wirtschaftsinformatik stehen alle Türen offen", sagt Sarah Lenger, Personalreferentin bei der innobis AG.

Sarah Lenger, innobis AG: "Den Absolventen der Informatik und Wirtschaftsinformatik stehen alle Türen offen."
Sarah Lenger, innobis AG: "Den Absolventen der Informatik und Wirtschaftsinformatik stehen alle Türen offen."
Foto: innobis AG

Dies gilt laut den befragten Experten für alle Industriezweige. Für den Zielmarkt seines Beratungshauses, die Bankenbranche, nimmt Jörg Petersen, Vorstand der innobis AG, zum Beispiel eine "kontinuierliche, wenn auch in den letzten Jahren nicht mehr exponentiell steigende Nachfrage nach SAP-Experten" wahr. Befürchtungen in der Branche, dass SaaS-Angebote anderer Hersteller wie Salesforce, die zum Teil von Fachabteilungen gekauft werden, für eine geringere Nachfrage nach SAP-Fachkräften oder -Expertise sorgen könnten, haben sich bisher nicht als zutreffend erwiesen.

100.000 bis 120.000 Euro Jahresgehalt in Beratungshäusern

Entsprechend dieser Marktlage beobachtet Thomas Biber am Markt auch steigende Gehälter: "Nach einer Zeit, in der das Reallohnniveau stagnierte, gibt es heute wieder eine leichte Tendenz nach oben." Sehr gute Berater, die uneingeschränkt reisebereit sind, könnten in Beratungshäusern auf 100.000 bis sogar 120.000 Euro Jahresgehalt kommen. Und da die für SAP-Systeme verantwortlichen Teams wachsen, seien auch Teamleiter gesucht. Auf dieser Ebene seien, je nach Teamgröße, 100.000 bis 140.000 Euro Jahresgehalt realistisch, in Einzelfällen auch mehr. Inhouse komme man als Senior-Berater mit acht bis zehn Jahren Berufserfahrung auch in einem kleineren Unternehmen auf rund 85.000 Euro Jahresgehalt.

Was die verschiedenen SAP-Module betrifft, gibt es keine großen Verschiebungen. Erfahrung mit SAP-Kernthemen wie FI (Financial Accounting), CO (Controlling), SD (Sales and Distribution), MM (Materials Management), WM (Warehouse Management), PP (Production Planning and Control), BW (Business Information Warehouse) sowie mit Personalwirtschaftsmodulen sind laut Thomas Biber weiter stark nachgefragt. Jörg Petersen beobachtet zudem eine hohe Nachfrage in den Spezial- und Querschnittsbereichen Regulatorik und Meldewesen.

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