Surface Pro 4-Konkurrent

Huawei Matebook im Test

01. September 2016
Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Mit dem 2in1-Gerät Matebook will Huawei das Surface Pro 4 angreifen. Wie erfolgreich das ist, zeigt der Test.
Schickes 2in1-Gerät im Test: Huawei Matebook
Schickes 2in1-Gerät im Test: Huawei Matebook
Foto: Huawei

Optisch hat das 2in1-Gerät von Huawei das Surface Pro 4 schon mal überholt: Es sieht sehr nach dem iPad Pro aus und ist leichter sowie flacher als das Microsoft-Tablet - zumindest ohne Ansteck-Tastatur. Das Matebook bringt nur 644 Gramm auf die Waage und ist 7 Millimeter flach. Nur das Samsung Galaxy Tab Pro S ist bei den Windows-Tablets schmaler, dafür aber mit 692 Gramm etwas schwerer.

Test-Fazit: Huawei Matebook

Testergebnis (Noten)

Huawei Matebook

Testnote

Gut ( 2,22)

Preis-Leistung

teuer

Geschwindigkeit (35 %)

2,13

Ausstattung (25 %)

3,63

Bildschirm (20 %)

1,89

Mobilität (5 %)

3,08

Tastatur (5 %)

2,17

Umwelt und Gesundheit (5 %)

1,00

Service (5 %)

2,12

Aufwertung

-0,30 (Touchscreen)

Das Huawei Matebook ähnelt eher dem iPad Pro als dem Surface Pro 4: Als Tablet überzeugt es absolut, weil es leicht und schön ist - und einen tollen Bildschirm hat. Als Arbeitsgerät schneidet es schlechter ab als das Surface Pro 4, weil Anschlüsse fehlen und die Docking-Tastatur nicht überzeugt.

Trotzdem ist es als 2in1-Gerät ein gelungener Kompromiss, wenn Sie mehr Wert auf Mobilität als Produktivität legen. Außerdem hat es gegenüber dem iPad Pro und dem Surface Pro 4 bei ähnlicher Ausstattung einen Preisvorteil von rund 100 Euro.

Pro

+ heller, hochaufgelöster Bildschirm

+ sehr flach und leicht

+ lüfterlos

Contra

- wenig Anschlüsse

Huawei kann das Gehäuse so flach bauen, weil der Hersteller im Gegensatz zu Microsoft auf USB-Typ-C setzt: Das ist neben einem Kopfhörerausgang der einzige Anschluss am Matebook. Diese Entscheidung hilft zwar dem Design, wollen Sie aber das Matebook darüber nicht nur laden, sondern gleichzeitig Peripherie anschließen, kommen Sie nicht um einen Docking-Adapter herum, den Huawei für rund 100 Euro anbietet: Das Mate Dock besitzt eine Typ-C-Buchse für den Stromanschluss, zwei USB-3.0-Schnittstellen, Gigabit-LAN, HDMI und VGA. Der Typ-C-Anschluss des Matebook liefert also Displaysignale an einen externen Monitor und unterstützt USB-3.0-Tempo für angeschlossenen Speicher.

Geschwindigkeit

Einen Lüfter braucht das 2in1 von Huawei nicht, denn im Matebook sitzt ein besonders sparsamer Core m5-6Y54 aus Intels aktueller Skylake-Generation. Die Dual-Core-CPU mit einer TDP von 4,5 Watt lässt sich passiv kühlen. Das gelingt Huawei ganz gut: Das Tablet wird selbst unter hoher Systemlast nicht besonders warm. Allerdings müssen Sie deshalb auf die maximale CPU-Leistung verzichten, denn im Schnitt läuft der Core m5, der einen Turbo-Boost von 2,7 GHz besitzt, bei hoher CPU-Last nur mit 1,3 GHz.

Bemerkbar wird das aber höchstens bei Multimedia-Anwendungen wie Videoschnitt oder Formatumwandlung. Bei Office und Internet schlägt sich das Matebook gut. Allerdings arbeitet seine SSD, die per SATA-III angebunden ist, etwas langsamer als der NVMe-Flashspeicher in anderen 2in1-Geräten.

Zubehör für das Matebook: Typ-C-Docking-Adapter und Eingabestift
Zubehör für das Matebook: Typ-C-Docking-Adapter und Eingabestift
Foto: Huawei

Akkulaufzeit

Was dem Core m5 bei der Leistung fehlt, bekommen Sie im Akkubetrieb zurück: Das Matebook schafft trotz eines recht kleinen 32,68-Wattstunden-Akkus eine ordentliche Laufzeit von 5,5 Stunden beim WLAN-Test und knapp neun Stunden im Office-Betrieb. Für das flache und leichte Design müssen Sie also nicht zu viel Laufzeit opfern: Wer mehr Akku-Power braucht, muss zu einem größeren und schwereren Notebook oder einem 2in1 mit zusätzlichem Tastaturakku wie dem Microsoft Surface Book greifen.

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