Kooperationsvertrag geschlossen

IBM beerbt EDS als IT-Dienstleister für Dow Chemical

03. August 2004
Von Detlef Scholz
IBM Global Services wird künftig die gesamte IT-Infrastruktur des Chemie-Unternehmens Dow Chemical Company managen. Der On-demand-Vertrag läuft über sieben Jahre. IBM tritt damit die Nachfolge von EDS an.

Dow Chemical und EDS hatten ihren Kooperationsvertrag zum 1. August dieses Jahres aufgehoben. Der Serviceanbieter sollte ursprünglich unter anderem das Kommunikationssystem modernisieren. Der im Jahr 2000 geschlossene Vertrag über 1,4 Milliarden Dollar hatte gleichfalls eine Laufzeit von sieben Jahren. Man habe sich "freundschaftlich" getrennt, sagte eine EDS-Sprecherin gegenüber CIO-Online. Im jüngsten Quartalsbericht von EDS ist der Verlust, der durch die Zusammenarbeit mit Dow zustande kam, mit 17 Cent pro Aktie ausgewiesen.

IBM übernimmt die komplette Pflege und Wartung aller LANs, WANs, Voice- und Video-Applikationen sowie virtueller Konferenzräume von Dow Chemical. Zudem wird IBMIBM E-Mail-Anwendungen für die über 50.000 Beschäftigten und Subunternehmen Dow Chemicals bereitstellen. Der IT-Konzern sichert den Support für 2.800 Server und Komplettservices in mehr als 60 Ländern zu. Zum Aufgabenbereich zählen auch Sicherheitsmanagement und Desaster-Recovery. Alles zu IBM auf CIO.de

Wie IBM Global Services mitteilte, soll die globale Telefonie des Chemieriesen auf Voice over IP (Internet Protokoll) umgestellt werden. Geplant ist darüber hinaus die Einrichtung eines Portals durch IBM. Damit sollen die IT-Service-Beauftragten des Chemieunternehmens die operativen Vorgänge und Leistungen konzernweit überwachen können.

IBM's Chairman Samuel J. Palmisano hat zehn Milliarden Dollar in das On-demand-Projekt investiert.
IBM's Chairman Samuel J. Palmisano hat zehn Milliarden Dollar in das On-demand-Projekt investiert.

Die erste Aufgabe des IT-Dienstleisters besteht darin, die globale IT-Infrastruktur Dow Chemicals zu inspizieren. Dabei sollen Subsysteme und interne Netzwerke angepasst und erweitert werden. Vorrangige Ziele sind eine verbesserte Performance, erhöhte Flexibilität und Kostensenkungen.

Die beiden Unternehmen kooperieren schon seit vielen Jahre. So hat IBM kürzlich die Lieferung von 40.000 Workstations an Dow Chemical abgeschlossen. Außerdem hostet der IT-Konzern wichtige Finanzapplikationen für Dow und betreut auch dessen Website.