Cloud Computing


Oracle CEO Mark Hurd im Gespräch

"Ich kenne keinen Kunden, der in 20 Clouds sein will"

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Mark Hurd, CEO von Oracle, verteidigt die Strategie des Konzerns, Amazon Web Services (AWS) im preissensiblen Infrastructure-as-a-Service-(IaaS-)Markt anzugreifen. Zuvor hatte Gründer und Chief Technology Officer (CTO) Larry Ellison auf der Hausmesse OpenWorld eine Kampfansage an AWS formuliert.

Hurd beschrieb in der Münchner Oracle-Niederlassung vor einem kleinen Kreis von Journalisten die SaaS-, PaaS- und IaaS-Strategie seines Unternehmens. Einfachheit sei im Cloud-Zeitalter das Gebot der Stunde - und die könne nur ein Anbieter gewährleisten, der alles aus einer Hand biete: "Echte" SaaS-Anwendungen für das Business, eine offene PaaS-Umgebung mit Betriebssystem, Datenbank, Entwicklungs- und Analytics-Werkzeugen sowie Best-in-Class-Produkte anderer Anbieter, ferner Infrastruktur in Form von Rechenleistung und StorageStorage. Alles zu Storage auf CIO.de

Gemeinsam mit Safra Catz führt Mark Hurd (Foto) als einer von zwei CEOs die Geschäfte von Oracle. Im Hintergrund zieht aber noch immer Gründer Larry Ellison (72) die Fäden - in der Rolle des Chief Technology Officer (CTO) und Chairman.
Gemeinsam mit Safra Catz führt Mark Hurd (Foto) als einer von zwei CEOs die Geschäfte von Oracle. Im Hintergrund zieht aber noch immer Gründer Larry Ellison (72) die Fäden - in der Rolle des Chief Technology Officer (CTO) und Chairman.

"Wir bewegen uns in einer sehr herausfordernden Industrie", so Hurd, "der Übergang von der On-premise- in die SaaS-Welt ist ein zentrales Thema". OracleOracle zähle bereits 3000 echte ERP-SaaS-Kunden in der Cloud ("Fusion Applications"), 60 Prozent davon seien Neukunden, die Oracles On-premise-Lösung "E-Business Suite" nicht genutzt hätten. Der Übergang von der alten in die neue Welt sei nicht trivial, da Kunden oft komplexe On-premise-Umgebungen betrieben - "manchmal richtige Lego-Stacks mit unterschiedlichen Elementen". Alles zu Oracle auf CIO.de

Überschaubare, einfache Angebote

Mit Cloud ComputingCloud Computing gehe es darum, bei geringerem Aufwand mehr zu erreichen. Die Möglichkeit Infrastruktur, Plattform und Anwendung zusammenzubringen, sorge für einfache, sichere und nahtlos passende Betriebsumgebungen. Hurd sagte: "Ich kenne keinen Kunden, der in 20 Clouds sein will. Die möchten in überschaubaren, einfach strukturierten Cloud-Umgebungen aktiv sein - und dafür haben wir die Angebote." Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Für Hurd ist SAP in Sachen SaaS-Lösungen nicht so weit wie Oracle, das über 3000 Kunden der "Fusion Applications" zählt.
Für Hurd ist SAP in Sachen SaaS-Lösungen nicht so weit wie Oracle, das über 3000 Kunden der "Fusion Applications" zählt.

Wie der Manager weiter behauptete, wollte Oracle nie etwas anderes als alle drei Layer der Cloud zu bedienen. Wettbewerber SAPSAP positioniere sich da anders: "Das ist im Kern eine Applications-Company mit tiefen Wurzeln im On-premise-Geschäft. Echte native Cloud-Anwendungen über alle Layer hinweg zu entwickeln, sei ein Problem für SAP. "Die müssten ihre Kernsoftware erstmal ganz neu schreiben, so wie wir es mit Fusion längst getan haben", sagte Hurd - der SAPs S/4HANA-Anstrengungen geflissentlich ignorierte (siehe auch: Ellison wettert gegen Cloud-Datenbanken von AWS). Alles zu SAP auf CIO.de

SAP als Datenbank-Rivale tut Oracle nicht weh

So verwundert es nicht, dass der Oracle-Mann auch beteuerte, keinerlei Druck im Datenbankmarkt zu verspüren, obwohl SAP mit der HANA-Infrastruktur eine eigene Datenbank im Angebot hat. Damit sind Oracle-Datenbanken als Basissysteme für SAP-Umgebungen nicht länger notwendig. "Prozentual ist der Teil unseres Geschäfts, der auf SAP-Systemen basiert, sehr klein", behauptete Hurd. "Ich würde nicht sagen, dass er gleich null ist, aber der Anteil ist nicht maßgeblich." Im Übrigen kenne er kaum Kunden, die von der Oracle- in SAPs HANA-Welt gewechselt seien.