Wandel zu Tablets und Smartphones

IDC: PC-Markt in Europa bricht kräftig ein

21. Juli 2013
In Europa werden immer weniger PCs verkauft. Neue mobile Geräte wecken mehr Interesse bei Nutzern, die ständig im Internet sein wollen. Doch die Verkäufe ziehen nicht an. Die Auswirkungen spüren große IT-Unternehmen bereits deutlich.

Der weiter sinkende PC-Markt steht vor allem in Europa stark unter Druck. Um ganze 21,1 Prozent sackte der Markt im zweiten Quartal in Westeuropa ab, wie aktuellen Zahlen des Marktforschers IDC zeigen. In Deutschland ging der Absatz von Desktop-Rechnern und Laptops um 18,7 Prozent zurück. Infolge der schwierigen Wirtschaftslage sei der Markt in Südeuropa von der Talfahrt am stärksten betroffen. In Spanien etwa fiel der Absatz um satte 43,7 Prozent.

Weltweit hatten die Marktforschungsfirmen IDC und Gartner vergangene Woche einen Rückgang von 11 Prozent errechnet. Händler hätten zunächst ihre Bestände abverkauft. Auch im Juni, in dem traditionell viele Kunden für den anstehenden Schulanfang neue Hardware kaufen, habe es keine Erholung gegeben, erklärte Chrystelle Labesque von IDC.

Neue Formfaktoren bei mobilen Computern, die Entwicklung Sozialer Netzwerke und der Internet-Infrastruktur habe das Nutzungsverhalten deutlich verändert, erklärte IDC-Analyst Maciej Gornicki. Nutzer setzten eher auf mobile Geräte, mit denen sie immer im Internet unterwegs sein könnten. Auch wenn Hybrid-Geräte und ultradünne Notebooks mit Touch-Bildschirmen das Interesse der Kunden weckten, sei der Verkauf schwach gewesen. Vielen Verbrauchern seien die Geräte noch zu teuer. Auch Unternehmen zögerten ihre Entscheidung vielfach hinaus.

Insgesamt seien im zweiten Quartal in der Region EMEA (Europa, dem Nahen Osten und Afrika) 19,6 Millionen PCs verkauft worden - ein Rückgang um 22,3 Prozent. 12,4 Millionen Stück davon waren tragbare Computer - satte 26 Prozent weniger. Der Absatz stationärer PCs ging um 14,6 Prozent auf 7,2 Millionen Stück zurück.

Der weltweite Rückgang in der Computer-Industrie trifft Hersteller wie MicrosoftMicrosoft inzwischen mit voller Wucht. Der Absatz des bisherigen Geldbringers Windows schwächelte, die Geschäftszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. Intel, der weltgrößte Hersteller von Computerchips, leidet ebenfalls unter dem Wandel hin zu TabletsTablets und SmartphonesSmartphones. Das Unternehmen musste am Donnerstag die Erwartungen für das Gesamtjahr zurückschrauben. Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de Alles zu Tablets auf CIO.de

Weltweit rangiert Lenovo beim Marktanteil inzwischen an erster Stelle vor dem langjährigen Marktführer Hewlett-Packard. In der EMEA-Region liegt der chinesische Hersteller jedoch mit 13,4 Prozent Marktanteil noch deutlich hinter HPHP (19 Prozent Marktanteil), holte aber mit kräftigen Schritten auf. Acer verlor mit 42,2 Prozent mit Abstand am Deutlichsten an Marktanteil. Dennoch rangiert Acer mit 11,5 Prozent noch knapp vor DellDell (10,7 Prozent) und Asus (8,6 Prozent Marktanteil). (dpa/rs) Alles zu Dell auf CIO.de Alles zu HP auf CIO.de