T-Systems

Ideen fliegen lassen

30. Mai 2006
Das Marktforschungsportal „Mafo“ hilft T-Systems, Innovationen zu finden, zu bewerten und schließlich umzusetzen. Inzwischen nutzt jeder fünfte Mitarbeiter der Telekom-IT-Tochter das Portal – ein Erfolg für den „Erfinder“

Innovationen sind unberechenbar? Ein intuitiver Prozess, der sich nicht lenken lässt und auch mit hohen Ausgaben keinen Erfolg abwirft? Nicht so bei T-Systems. Behauptet Heiko Wieandt, Leiter Business Information Services und Erfinder des Marktforschungsportals Mafo im hauseigenen Intranet. „Die Güte des Innovationsprozesses hat einen großen Einfluss auf den Erfolg des einzelnen Unternehmens“, sagt Wieandt. Um diesen gleich vorwegzunehmen, listet der Verwaltungfachwirt erste Erfolge des Portals auf: Für den Einstieg von T-Systems beim Flugzeugausrüster Cabin System Holding beschafften die Marktforscher die nötigen Informationen. Zudem recherchierten sie den nutzbringenden Einsatz von Kollegen der Beschäftigungsgesellschaft Vivento in den T-Systems-Gesellschaften.

400 IT-Manager täglich auf dem Portal

Das vor vier Jahren mit 160000 Euro Entwicklungskosten eingeführte und von T-Systems Multimedia Solutions in Dresden technisch und redaktionell unterstützte Portal können 55000 Mitarbeiter weltweit nutzen. Den monatlichen Info-Brief haben 2200 Mitarbeiter abonniert, und täglich greifen mehr als 400 wissbegierige Projektmanager und CIOs auf das Portal zu. Es bietet online Zugang zu Studien und IT-relevanten Informationen, wie etwa, dass IBMIBM seine Spitzenposition auf dem Server- Markt verteidigt, Acer den Notebook-Markt dominiert und auch gut Gebildete im Netz kaufen. Alles zu IBM auf CIO.de

Der Verantwortliche Wieandt ist besonders stolz darauf, dass der Link gleich auf der Startseite oben rechts – im Premium- Bereich der Anzeigenkunden – zu finden ist. Er versteht dies als eine Belohnung für die breite Akzeptanz des Portals von allen T-Systems-Mitarbeitern samt ihren Tochtergesellschaften. Das Portal soll so einfach zu bedienen sein, dass sich Vorstände und Pförtner gleichermaßen darin zurechtfinden können, so das Credo der zuständigen Abteilung „Business Information Services“.

Und das bietet das Portal: Zum einen den Self-Service eines Online-Wissens-Supermarktes. Die Einsicht in Studien, der monatliche Info-Brief und die Informationen über Märkte, Kunden, Wettbewerber, Partner und Branchen sind kostenlos und ohne Passwort möglich.

Für spezifische Informationen jedoch gilt der Schlaraffenland- Grundsatz: Die süßesten Früchte hängen oben. Denn bestimmte Studien können Mitarbeiter mit Multiplikatorfunktion nur nach vorheriger „Sicherheitskontrolle“ und mit Passwort für ihre Arbeit nutzen. Einen weiteren Riegel vor die unendliche Wissensbeschaffung schiebt T-Systems mit der Bezahlung von Auftragsstudien: Für die Primär- und Auftragsforschung werden 40 bis 90 Euro Stundenlohn plus externe Kosten intern verrechnet. Für Jürgen Graf, Geschäftsbereichsleiter Partner und Alliance Management, ist der tägliche Besuch des Portals unverzichtbar: „Grundlage für unseren Erfolg ist die genaue Kenntnis unserer Wettbewerber, der Kundenbedürfnisse und Anforderungen auf dem ICT-Markt.“ Das Portal liefere für den gezielten Einsatz von Partnern wesentliche Daten.