Public IT


Digitale Identität

Identitätsmanagement im 21. Jahrhundert

16. Januar 2012
Insgesamt 20 Prozent der Weltbevölkerung sind im Netz. Allein diese Zahl verdeutlicht das enorme Marktpotenzial für sichere elektronische Identitäten.

Damit hatte sie nicht gerechnet. Ein simpler Trick hatte ausgereicht: Über eine fiktive Mailadresse, zusammengesetzt aus dem Namen und dem Geburtsdatum des Opfers, hatten die Betrüger monatelang kostspielige Bestellungen bei Versandhändlern aufgegeben.

Zahlreiche Mahnschreiben landeten im Briefkasten der um ihre Identität Betrogenen, einer Journalistin der Wochenzeitung "Die Zeit". Es kostete sie Wochen, mithilfe eines spezialisierten Anwalts den Irrtum bei Auskunfteien und Behörden aufzuklären. "Kafka hätte es nicht besser beschreiben können", so die Autorin in ihrem Artikel über den Identitätsdiebstahl. (Vgl.: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-01/identitaetsdiebstahl-selbsterfahrung. ) Ihr Geburtsdatum und ihre Berufsbezeichnung wie früher in sozialen Netzwerken preiszugeben, kommt heute nicht mehr für sie in Frage.

Das Beispiel zeigt, dass auch in Deutschland niemand gefeit ist vor den neuen Formen des Betrugs, die mit dem Internet Einzug in den Alltag gehalten haben. Über elf Millionen US-Amerikaner werden jährlich Opfer ähnlicher Delikte. Die US-Handelsbehörde schätzt, dass so pro Jahr allein in den Vereinigten Staaten Schäden in Höhe von 52 Milliarden Dollar entstehen. Auch in Deutschland versuchen Kriminelle immer häufiger, fremde Identitäten im Netz zu kapern.

Sichere elektronische Identität.
Sichere elektronische Identität.
Foto: Bundesdruckerei

Bislang lassen sich die Bundesbürger dadurch die Freude an der Online-Welt nicht verderben: 72 Prozent der erwachsenen Deutschen nutzen das Internet, 42 Prozent kaufen online ein. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung lag der bundesdeutsche Umsatz im eCommerceeCommerce 2009 bei 15,5 Milliarden Euro, so hoch wie noch nie. Gut 70 Prozent der Bürger machen sich allerdings zunehmend Sorgen bei Transaktionen im Netz - sie fürchten, dass auch ihre Identität missbraucht werden könnte.
(Security-Monitor des IT-Dienstleisters Unisys, vgl. http://www.unisys.de/about_unisys/presse/10102701.htm.) Alles zu eCommerce auf CIO.de

Identitätsdiebstahl: Was ist das?

Der Begriff des Identitätsdiebstahls wird in der Fachliteratur unterschiedlich definiert. Meist bezeichnet man damit das "unbefugte Sichverschaffen einer Identität": Ein Täter bringt die Identität einer Person in seinen Besitz, also eine Anzahl an Daten, durch die das Opfer in einem bestimmten Zusammenhang eindeutig bezeichnet wird. Dafür nutzen Betrüger zum Beispiel die Kombination aus Name und Kreditkartendaten, Name und Anschrift oder auch Name und Geburtsdatum.
(Vgl.: BSI-Studie "Identitätsdiebstahl und Identitätsmissbrauch im Internet -Rechtliche und technische Aspekte".)

Dem Diebstahl folgt häufig der Missbrauch sich mit der Absicht einen finanziellen Vorteil zu verschaffen oder den Ruf des Opfers zu schädigen. Ungefähr ein Drittel aller Identitätsdiebstähle verüben Betrüger auch heute noch in der realen, physischen Welt, indem sie etwa die Daten eines gestohlenen Personalausweises für eigene Bestellungen missbrauchen. In bereits zwei Dritteln der Fälle besorgen siesich die Daten für ihre kriminellen Attacken allerdings im Internet - häufig begünstigt durch einen allzu freigiebigen Umgang der Bürger mit ihren Daten. Die Polizei schätzt, dass Opfer von Online-Identitätsdiebstahl im Durchschnitt etwa 400 Arbeitsstunden investieren müssen, um entstandene Schäden zu beseitigen und weiteren Missbrauch zu verhindern. (Vgl.: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-01/identitaetsdiebstahl-selbsterfahrung.)

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