Strategien


Bayer-CIO Daniel Hartert

Im Sourcing folgt Bayer nicht einfach jedem Trend

06. Februar 2013
Karin Quack ist als leitende Redakteurin für Themen rund um das IT-Management verantwortlich. Sie steht in engem Kontakt zu den CIOs und weiß, wo ihnen der Schuh drückt.  Privat interessiert sich Quack für den Fußball - vor allem der FC Barcelona hat es ihr angetan.
Welche Rolle Outsourcing und Cloud in seiner Sourcing-Strategie spielen, erläutert Daniel Hartert, Geschäftsführer der Bayer Business Services (BBS) und CIO der Bayer AG.

Sie haben im vergangenen Jahr zwei größere Outsourcing-Deals abgeschlossen. Dabei ist Bayer Business Services ja selbst eine ausgegliederte Servicegesellschaft.

Daniel Hartert, CIO der Bayer AG
Daniel Hartert, CIO der Bayer AG

HARTERT: Sie haben Recht, Bayer Business Services ist eine eigenständige Gesellschaft, allerdings innerhalb des Bayer-Konzerns. Wir arbeiten für alle Konzernbereiche weltweit als Kompetenz-Zentrum für IT- und Business Services. Und damit sind wir ein integraler Bestandteil des Konzerns.

Warum eine eigene Servicegesellschaft?

HARTERT: Das Portfolio von Bayer Business Services umfasst nicht nur die globale IT-Infrastruktur und -Anwendungen, sondern auch Personal- und Management-Dienste, Finanz- und Rechnungswesen sowie Einkauf und Logistik. Diese Services in einer Hand zu bündeln, schafft große Synergien und somit echten Mehrwert für Bayer.

Trotzdem haben Sie einen Teil der IT-Services, zum Beispiel den Helpdesk, ausgelagert.

HARTERT: Unsere Dienstleistungen müssen selbstverständlich wettbewerbsfähig sein. Das überprüfen wir regelmäßig durch Benchmarks. Wenn sich dabei abzeichnet, dass ein Service mittelfristig nicht mehr in Eigenregie zu wettbewerbsfähigen Bedingungen erbracht wird, kann auch eine Auslagerung an einen strategischen Partner eine sinnvolle Option sein. Die Bereiche beispielsweise, die wir vergangenes Jahr ausgelagert haben, sind standardisierte Leistungen, die aufgrund der Marktpositionen von externen Dienstleistern günstiger erbracht werden können.

Inwieweit gilt das auch für die Leistungen, die Sie aus Mumbai beziehen - zunächst aus einer eigenen Unit und seit kurzem von Capgemini?

HARTERT: So wie in Deutschland benötigen wir auch in Indien die besten IT Fachkräfte. Diese orientieren sich dort bei der Wahl ihres Arbeitgebers aber sehr stark an der Größe der IT-Center, auch deshalb weil sie annehmen dadurch bessere Karrierechancen vorzufinden. Wie Sie gerade erwähnten, haben wir dort einige Jahre ein Service-Center mit zuletzt etwa 600 Mitarbeitern unterhalten. Je größer das Center wurde, desto schwieriger war es, den Leuten einen klaren Karrierepfad aufzuzeigen. Insofern war es durchaus sinnvoll, diese Aufgabe einem Dienstleister zu übertragen, der vor Ort eine hohe Reputation besitzt und gleichzeitig eine starke Brücke nach Europa schlagen konnte. Diesen haben wir nach einem sorgfältigen Auswahlprozess mit Capgemini gefunden.

Was wird denn dort gemacht?

HARTERT: Unser Fokus in Mumbai liegt stärker auf Operations als auf Entwicklung. SAPSAP Basis, Applikationsunterstützung, Remote Monitoring von Anwendungssystemen und Servern sind einige Beispiele für Funktionen, die wir im Laufe der letzten Jahre aus Europa und den USA nach Indien verlagert haben. Alles zu SAP auf CIO.de