Strategien


Vorbild Amazon

In 6 Schritten zu innovativen Geschäftsmodellen

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Einzigartige Produkte oder Services sind nicht mehr das Erfolgspatentrezept. Wichtiger ist es, schnelle und agil auf den Markt zu reagieren, wie Detecon rät.

Den überstrapazierten Begriff der Innovationsfähigkeit eines Unternehmens versuchen die Berater von Detecon auf konkrete Empfehlungen herunterzubrechen. Gemeinsam mit der Universität zu Köln (Seminar für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement) entstand die Studie "Geschäftsmodellinnovation - neue Wege für nachhaltigen Erfolg". Basis der qualitativen Analyse sind Expertengespräche.

Amazon vorbildlich

Als Vorzeigemodell eines innovativen Unternehmens gilt AmazonAmazon. Binnen 15 Jahren habe sich die Firma vom Buchhändler zum ICT-Giganten entwickelt. Detecon führt das auf Amazons dreistufiges Geschäftsmodell zurück, das "die wesentlichen Marktrollen zukünftiger Geschäftsmodelle abdeckt". Amazon ist demnach gleichzeitig Manager der Kundenschnittstelle, Orchestrator eines Smart Business Networks und Infrastrukturbetreiber. "Für die Geschäftsmodellentwicklung ist es heute unausweichlich, diese Marktrollen und Trends zu berücksichtigen", schreibt Detecon. Alles zu Amazon auf CIO.de

6 Ratschläge für neue Geschäftsmodelle

Unabhängig von Amazon nennen die Studienautoren folgende sechs Knackpunkte:

1. Das Geschäftsmodell muss kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die meisten Unternehmen verhalten sich bisher jedoch nur reaktiv. Um aus dieser Passivität herauszukommen, rät Detecon zu Szenario-Techniken und Trendanalysen. Diese sollen sozusagen einen Blick von außen auf das eigene Unternehmen werfen, und zwar sowohl aus Sicht der Kunden, als auch aus Sicht von Partnern und Experten.

2. Hauptfokus beim Entwickeln neuer Geschäftsmodelle sind neue Kundenbedürfnisse und Wertangebote. Laut Detecon war es für viele Unternehmen bisher in erster Linie wichtig, einzigartige Produkte oder Services anzubieten, die die Konkurrenz nicht imitieren konnte. Künftig werde es stärker darum gehen, die Kunden immer genauer zu kennen und ihnen immer passgenauere Angebote zu schneidern. Sie müssen daher ständig Kundenbedarfs-Analysen durchführen. Detecon empfiehlt hierfür agile Methoden.

3. Unternehmen müssen Partner und Kunden in die Entwicklung des Business-Modells einbeziehen. Das erfordert, interne Prozesse und Ressourcen über Schnittstellen zu öffnen. Detecon nennt das "Partnering". Unternehmen sollten sich auf die Fahnen schreiben, "easy to partner" zu sein.

4. Mit den richtigen Methoden arbeiten. Nach den Erfahrungen sowohl von Detecon als auch der für die Studie befragten Experten hat sich bislang keine einheitliche Methode zur Entwicklung von Geschäftsmodellen durchgesetzt. Die Auswahl der Methoden sei oft zufällig, schreiben die Berater. Das bekannteste Framework ist demnach das Business Model Canvas. Detevon rät, mit "öffnenden Kreativtechniken" zu arbeiten.

5. Das gesamte Unternehmen muss mitziehen. Gewachsenen Unternehmen mangelt es oft an Flexibilität, beobachtet Detecon. Ein weiteres Problem: Arbeiten verteilte Teams an Innovationen, verlieren die Firmen durch den Transfer von Wissen und Verantwortung viel Zeit. Insofern müssen Entscheider zwar Freiräume für cross-funktionale Teams schaffen, die Verantwortung für neue Geschäftsmodelle organisatorisch aber in einer Hand bündeln.

6. Erfolgskritisch ist das schnelle Testen neuer Modelle.Die Märkte reagieren immer schneller, die Kunden verändern sich - Unternehmen müssen neue Geschäftsmodelle schnell testen. Detecon empfiehlt dafür Konzepte wie ScrumScrum, Rapid-Prototyping und Design Thinking. Alles zu Scrum auf CIO.de

Bei allen Bemühungen, Innovationsfähigkeit in Struktur zu bringen, stellt Detecon auch fest, dass Kreativität ein entscheidender Faktor bleibt. Auch die lasse sich aber mit geeigneten Techniken zumindest fördern.