Cloud Computing: Nutzen jenseits der Zahlen

In der Wolke trügt der ROI

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Das Beispiel eines DAX-Konzerns zeigt, dass der ROI beim Cloud Computing nicht immer eine aussagekräftige Größe ist. Agilität und Flexibilität werden nicht abgebildet.
Beim Cloud Computing kommt es nicht vorrangig auf die Kosten an. Das meinen jedenfalls Experten.
Beim Cloud Computing kommt es nicht vorrangig auf die Kosten an. Das meinen jedenfalls Experten.
Foto: weintel - Fotolia.com

An überzeugenden Argumenten für die Cloud herrscht kein Mangel. Ein Defizit mit drei Buchstaben erschwert allerdings in manchen Firmen die Durchsetzung von Projekten: ROIROI. Das Augenmerk auf den Return on Investment, der bei komplexen Gebilden wie einer Cloud-Migration nur schwer zu beziffern ist, versperrt oft genug den Blick aufs Wesentliche. Denn der erfolgreiche Einsatz von Cloud ComputingCloud Computing lässt sich nicht immer in Zahlen demonstrieren, da der Mehrwert sich in qualitativen Größen wie Agilität, Flexibilität und Nutzerzufriedenheit ausdrückt – dem Unterfutter für geschäftlichen Erfolg gewissermaßen. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de Alles zu ROI auf CIO.de

In dieser Richtung argumentiert auch der Cloud-Experte René Büst auf seinem Portal Clouduser.de. Man solle bei Cloud-Projekten nicht immer nur auf die reinen Kosten schauen, so Büst. „Klar, wenn ich einmal kräftig investiere und meine eingekauften Ressourcen über einen sehr langen Zeitraum nutze, ohne diese zu erneuern, fahre ich definitiv günstiger als mit einem Cloud-Modell, wo ich monatliche bzw. jährliche Beiträge zahle“, kommentiert Büst den Vergleich mit On-Premise-Lösungen. „Was allerdings beachtet werden sollte ist, dass ich damit ständig den aktuellen Trends hinterher hänge und vor allem niemals die neueste Softwareversion einsetze.“

Die Potenziale der Private Cloud in diesem Zusammenhang illustriert der Experte mit einem Beispiel aus einem DAX-Konzern. Über Jahre habe der langwierige Bereitstellungsprozess für physikalische Server dafür gesorgt, dass manche ProjekteProjekte entweder mit Verzögerung fertiggestellt wurden oder überhaupt nicht durchgeführt werden konnten. Der Versuch mit binnen Tagen bereitgestellten virtuellen Servern eines Dienstleisters krankte an Kompatibilitätsproblemen mit der vorhandenen Software. „Mit dem Aufbau einer Private Cloud wurde diese Gesamtsituation nun gelöst“, berichtet Büst. „Server werde jetzt innerhalb von 5 Minuten bereitgestellt.“ Eine Erfolgsgeschichte augenscheinlich. Sie illustriert allerdings, dass nackte Zahlen nicht immer das Wesentliche verraten: „Da ein Unternehmen bei einer Private Cloud allerdings vollständig in die eigenen Infrastrukturressourcen investieren muss, würde der ROI negativ ausfallen, wenn man sich nur an den harten Zahlen orientiert“, berichtet Büst. Alles zu Projekte auf CIO.de