3 Tipps für die richtige Weichenstellung

Industrie 4.0 nimmt Fahrt auf

Mark Alexander Schulte verstärkt seit 2011 das IDC-Team in Frankfurt. Der studierte Betriebswirt ist mit der Durchführung von kundenspezifischen Consulting-Projekten sowie der Erstellung von Studien betraut. Als Analyst konzentriert Schulte sich insbesondere auf die Themen Enterprise Mobility, Internet of Things, Industrie 4.0 sowie Social Enterprise Collaboration und steht dabei im engen Austausch mit allen Akteuren des Marktes. Schulte ist Autor zahlreicher Artikel und wird regelmäßig in der einschlägigen Wirtschafts- und Fachpresse zitiert.
Anwendungsfälle für Industrie 4.0 drehen sich vor allem um eine bessere Kontrolle und Transparenz und seltener um eine stärkere Kundenorientierung oder gar neue Geschäftsmöglichkeiten.

Die Digitalisierung der Industrieproduktion – sprich Industrie 4.0Industrie 4.0 – verändert die bisherige Wertschöpfung von Produkten und Gütern fundamental. Die Grundlage bilden Produktionsumgebungen aus intelligenten, vernetzten Objekten - so genannten Cyber Physical Systems - deren Daten die Basis für Analysen, ein durchgängiges Engineering, intelligente Wertschöpfungsketten und ein virtuelles Abbild der Fertigungsverfahren bilden. Alles zu Industrie 4.0 auf CIO.de

Durch diese digitale Transformation und neue Stufe der Fertigung entstehen herausragende Chancen für deutsche Fertigungsbetriebe und Maschinenbauer, die ihre Wettbewerbsfähigkeit im globalen Kontext sichern und neue Geschäftsmodelle entwickeln müssen.
Durch diese digitale Transformation und neue Stufe der Fertigung entstehen herausragende Chancen für deutsche Fertigungsbetriebe und Maschinenbauer, die ihre Wettbewerbsfähigkeit im globalen Kontext sichern und neue Geschäftsmodelle entwickeln müssen.
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Viele Industriebetriebe verspüren laut einer Studie aus dem Jahr 2015, für die IDC rund 200 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland befragt hat, einen starken Handlungsdruck, der insbesondere auf die hohe Wettbewerbsintensität zurückzuführen ist. Die Themen sind Kosten zu reduzieren, interne Prozesse zu verbessern und die Profitabilität zu erhöhen.

Diese großen operativen Herausforderungen erschweren es Unternehmen, sich mit der Weiterentwicklung ihres Angebots und Geschäftsmodells zu beschäftigen. Doch die technologischen Entwicklungen stehen nicht still und erfordern von den Firmen schnelle Reaktionen und umgehendes Handeln. Einige Industriebetriebe haben dies zwischenzeitlich erkannt und gaben zu Protokoll, die Chancen und neuen Geschäftsmöglichkeiten von Industrie 4.0 proaktiv angehen zu wollen.

Schnecke oder Gepard

Der Vergleich mit der IDC Studie aus dem Jahr 2014 bestätigt: Die Digitalisierung im verarbeitenden Gewerbe kommt in Deutschland zwar voran, allerdings mit unterschiedlichem Tempo.

Fabrikausstatter verbinden große Chancen mit Industrie 4.0. Sie wollen ihr bestehendes Produktgeschäft durch neue Services auf Basis ihrer vernetzten Maschinen und Anlagen anbieten und sich somit vom Wettbewerb differenzieren. Der Ausblick auf neue, Service-basierte Umsatzquellen treibt die Fabrikausstatter an, die in den kommenden Monaten die Vernetzung ihrer Maschinen und Anlagen vorantreiben und Service-Konzepte aufsetzen werden.

Die Fertigungsbetriebe sind hingegen oftmals noch zu lethargisch bei der Auseinandersetzung und Umsetzung von Industrie 4.0 Initiativen. Sie müssen sich den technologischen Entwicklungen stärker öffnen und sich auf neues Terrain wagen, wollen sie langfristig erfolgreich bleiben. Dabei wird es entscheidend sein, ein durchgängiges Engineering zu verwirklichen, die Vernetzung im Shop Floor voranzutreiben, das Potenzial der entstehenden CPS-Datenmengen zu erschließen und die Sicherheit zu gewährleisten.

Die vierte industrielle Revolution hat bereits begonnen und Industriebetriebe sollten sich intensiv mit den Auswirkungen auf Ihr Business auseinandersetzen, wenn sie langfristig erfolgreich bleiben wollen.

3 Tipps zur richtigen Weichenstellung

  1. Industrie 4.0 wird in vielen Industriebetrieben von IT-Verantwortlichen federführend vorangetrieben. Bei Produktions- und Fachbereichsverantwortlichen fehlt teilweise noch das Verständnis, welche Auswirkungen die Digitalisierung und technologische Entwicklungen für die Geschäftstätigkeit ihres Unternehmens haben werden. Um Industrie 4.0 Projekte erfolgreich zu gestalten, ist allerdings eine fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit erforderlich. Unternehmen solltten daher Industrie 4.0 Arbeitsgruppen installieren, die den Austausch zwischen IT, Produktion, Engineering und Geschäftsleitung fördern und sich zum Ziel setzen, die Umsetzung von Industrie 4.0 Initiativen im Betrieb voranzutreiben.

  2. Die Studienergebnisse haben gezeigt, dass viele Unternehmen Nachholbedarf bei der Absicherung ihrer Produktionsumgebungen haben. Der Schutz und die Sicherheit von internen Daten und Know-how werden durch die Verwirklichung einer intelligenten und vernetzten Fertigung noch bedeutsamer, als sie heute schon sind.
    Entscheidungsträger müssen von Beginn an die Gewährleistung der IT-Sicherheit fest in Industrie 4.0 Projekten verankern. Neben den "klassischen" Sicherheitsmaßnahmen können auch Konzepte wie Security by Design, Whitelisting oder Trusted Computing in Erwägung gezogen werden. Technologie wird allerdings nicht das alleinige Heilmittel sein. So können zusätzliche organisatorische Maßnahmen wie Richtlinien oder Schulungen zum Beispiel das Fehlverhalten von Anwendern minimieren.

  3. Zwei von drei Industriebetriebe evaluieren oder planen momentan Industrie 4.0 Projekte. Viele Betriebe schaffen dafür aktuell die Grundlagen für eine intelligente und vernetzte Fertigung. Dabei stehen die Erarbeitung von Potentialanalysen und Machbarkeitsstudien sowie die Entwicklung eines Maßnahmenplans im Vordergrund. Die hohe Komplexität und Dynamik kann allerdings leicht dazu führen, den Überblick zu verlieren. Hier kann externe Unterstützung helfen. Denn gerade in dieser frühen Phase ist es wichtig, die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 Initiativen zu stellen.

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