Führungskräfte im Datendschungel

Informationsflut größtes Problem für Manager

19. Oktober 2007
Von Nicolas Zeitler
Die Auswahl der richtigen Informationen ist für Manager das größte Problem bei der Führung ihres Verantwortungsbereichs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der österreichischen Beratergruppe Neuwaldegg. An Daten zu gelangen, stellt demnach für die Manager meist kein Problem dar - wohl aber der Umgang mit der Menge an Information.
Die überwiegende Zahl der Manager gibt an, dass ihnen stets die Informationen zur Verfügung stehen, die sie zur Erfüllung ihrer Führungsaufgaben brauchen.
Die überwiegende Zahl der Manager gibt an, dass ihnen stets die Informationen zur Verfügung stehen, die sie zur Erfüllung ihrer Führungsaufgaben brauchen.
Foto: Beratergruppe Neuwaldegg

37 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen jederzeit alle Informationen zur Verfügung stünden, die sie für die Steuerung ihres Bereichs bräuchten. Weitere 56 Prozent sagten, sie hätten diese Informationen meistens. Als wahre Herausforderung sehen die Führungskräfte es allerdings, aus der Vielzahl der Informationen die richtigen und wichtigen herauszufiltern. Mehr als die Hälfte der Manager sieht darin das größte Problem ihrer täglichen Arbeit.

Männer haben damit offenbar öfter Schwierigkeiten als Frauen. 44 Prozent der Managerinnen betrachten die Auswahl von Informationen als Hürde, bei ihren männlichen Kollegen sind es sogar 56 Prozent. "Wir verfügen im Grunde über alle Informationen, sehen aber den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr", erklärt Alexander Exner, geschäftsführender Gesellschafter der Beratergruppe Neuwaldegg. "Sich als Manager auf das Wesentliche zu konzentrieren und dies wirksam umzusetzen - darum geht es heute mehr denn je."

Noch vor wenigen Jahren sei bei Veränderungsvorgängen in Unternehmen der Mangel an Informationen das größte Hindernis gewesen, so Exner. Über ein "Zu wenig" an Daten klagen heute dagegen nur noch 14 Prozent der Führungskräfte. Und nur ein verschwindend geringer Anteil von zwei Prozent sieht sich mit "falschen Informationen" versorgt.

Wenn Manager in ihren Unternehmen steuernd eingreifen, so tun sie das der Studie zufolge zu zwei Dritteln bewusst und reflektiert. Ein Drittel der Steuerungsaktivitäten erfolgt dagegen spontan. Hier liegen die Frauen mit 42 Prozent spontanen Entscheidungen deutlich vor den Männern, die Entscheidungen zu 32 Prozent aus dem Bauch heraus fällen.

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