Outsourcing in Krisenzeiten

Innovation steht nicht mehr im Fokus

17. Oktober 2008
Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
In wirtschaftlich unsicheren Zeiten kommt es umso mehr auf eine flexible Sourcing-Strategie und permanentes Vendor-Management an.

Wie wirkt sich ein volatiles Umfeld auf Outsourcing-Entscheidungen, und wie können die Anwender angemessen auf veränderte Bedingungen reagieren? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer des diesjährigen Sourcing-Forums, das Forrester Research am 23. und 24. Oktober in London abhält. "Niemand weiß, wie lange die Kreditkrise anhält - drei Monate, sechs Monate, ein Jahr? Trotzdem müssen die Anwender ihre IT-Investitionen planen", bringt es Christine Ferrusi Ross, Research Director bei Forrester, auf den Punkt. "Speziell die Finanzdienstleister sind jetzt sehr vorsichtig und fahren ihre Ausgaben zurück. Aber sie müssen natürlich auch ihre Projekte machen."

Umso wichtiger sei vor diesem Hintergrund eine flexible Sourcing- und Vendor-Management-Strategie, die die Entscheidungen der Business-Seite aktiv einbeziehe und dem Anwender helfe, sich schnell auf veränderte Umstände einzustellen. Auch das Vendor-Management dürfe nicht vernachlässigt werden. "Eine Outsourcing-Beziehung muss man hegen und pflegen. Wenn Kunde und Dienstleister nicht täglich miteinander kommunizieren, verschlechtert sich die Qualität der extern erbrachten Services und der Anwender verliert die Kontrolle über die Leistungen seiner Provider", warnt Ross.

Unterm Strich habe das Thema Outsourcing zwar nicht an Beliebtheit verloren, durch die Krise hätten sich jedoch die Prioritäten verändert: Innovation steht nicht mehr im Fokus, dafür gewinnen Flexibilität und Kostentransparenz an Bedeutung, beobachtet die Expertin. So seien derzeit vor allem Managed Services beliebt, weil die Kosten dadurch leichter zu kalkulieren seien. Nach wie vor erwarten die heutigen Servicekunden, dass die externen Provider zu ihren Business-Zielen beitragen - etwa durch Standardisierung, Prozessverbesserungen, eine höhere Servicequalität und Kundenzufriedenheit. "Wer ausschließlich auf Kostensenkung abzielt, wird nicht glücklich", so Ross. Dennoch bleiben die Kosten das zentrale Outsourcing-Motiv, speziell in Krisenzeiten: "Wenn ein Unternehmen durch eine Auslagerung keine Einsparungen erzielt, ist etwas falsch gelaufen."

Die wichtigsten Outsourcing-Bereiche sind laut Ross TK-Dienstleistungen, Hosting-Services, Rechenzentrumsdienste sowie Application-Management, Anwendungsbetreuung und die kundenspezifische Softwareentwicklung. Auch SaaS (Software as a Services) gewinne zunehmend Anhänger.

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