Nur ein Viertel der Unternehmen schützt sich gegen eigene Mitarbeiter

Interne Spione haben es leicht

08. Oktober 2007
Von Nina Gut
Die meisten Unternehmen geben zu, dass sie sich nicht ausreichend gegen interne Spione schützen. Nicht nur, dass sie zu lässig mit dem Sicherheitsrisiko durch eigene Mitarbeiter umgehen - sie wissen nicht einmal um wirksame Lösungen des Problems. Der Grund: Viele Entscheider sind der Meinung, dass eine zu intensive Kontrolle des Personals ihrer Unternehmenskultur widersprechen würde. Das geht aus einer Erhebung des Anbieters Comco hervor.
Die Mehrheit ist sich einig: Es ist schwer, spionierende Mitarbeiter in den Griff zu bekommen.
Die Mehrheit ist sich einig: Es ist schwer, spionierende Mitarbeiter in den Griff zu bekommen.

Der Studie zufolge findet es mehr als die Hälfte (58 Prozent) der befragten Unternehmen "sehr schwierig", die potenziellen Sicherheitsbedrohungen durch Mitarbeiter wirksam zu unterbinden. Fast ein weiteres Viertel (23 Prozent) sieht hierbei etwas geringere, aber immer noch "schwierige Bedingungen". Lediglich 15 Prozent geben eine "mittlere Schwierigkeit" an, vier Prozent eine "geringe".

Entsprechend selten sind ausreichende Schutzmechanismen gegen sogenannte "Innentäter" anzutreffen. Sie sind nach dem Urteil von 28 Prozent der befragten Firmen "überwiegend sehr unzureichend". Bei fast der Hälfte (49 Prozent) entsprechen sie nur teilweise den Anforderungen. Eine zufriedenstellende oder sogar optimale Situation herrscht nicht einmal in jedem vierten Fall vor.

Der Blick sei zu lange ausschließlich auf die möglichen Bedrohungen durch die Außenwelt beschränkt gewesen, resümiert ein Sprecher der Comco AG. Dabei sei das Thema Wirtschaftskriminalität keineswegs neu, sondern lediglich vernachlässigt worden.

Dies gestehen die meisten Unternehmen auch tatsächlich ein, wenn 57 Prozent selbstkritisch von einem zulässigen Umgang mit den internen Sicherheitsverhältnisse sprechen und darin eine der Ursachen für den gegenwärtig unbefriedigenden Status sehen. Noch mehr schreiben jedoch den fehlenden Ressourcen (59 Prozent) und einer unzureichenden Kenntnis angemessener Lösungen (62 Prozent) die Schuld zu. Auch mit fehlenden Investitionsmitteln wird von fast jedem Zweiten begründet, dass noch kein ausreichender Schutz vor internem Datenmissbrauch besteht. Allerdings sind offenbar auch noch grundsätzliche Bewusstseinshürden zu überwinden. Denn zwei von fünf Firmen führen an, dass zu viel Kontrolle der Unternehmenskultur widersprechen würde.

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