Branchenübergreifende Partnerschaften

Internet of Things lebt von interdisziplinärer Kooperation

Martin Pietzonka arbeitet für das Innovationszentrum Connected Living e.V.
Liz Priewisch arbeitet für das Innovationszentrum Connected Living e.V
Jakob Schofer arbeitet für das Innovationszentrum Connected Living e.V
Unternehmen wie die Allianz, die Deutsche Telekom und andere gehen branchenübergreifend Partnerschaften ein, um das Potenzial des Internet of Things (IoT) für sich zu nutzen.

Wenn Unternehmen heute ihre Zukunft planen, denken sie immer öfter über Branchengrenzen hinaus. Insbesondere das Internet of Things (IoT) regt die Phantasie für neue Geschäftsmodelle an. Zunehmend löst sich dabei die Trennung von Produkten und Dienstleistungen in abgeschlossene Lebensbereiche auf. Für die Endkunden entfalten sich so neue Dimensionen von Komfort, Mobilität und Sicherheit. Wer nun glaubt, die ent­sprechenden Geschäftsmodelle lägen noch in weiter Ferne, der irrt. Viele sind schon Realität.

Kooperationen über Branchengrenzen hinweg

Fast jeder zweite Deutsche macht sich laut einer aktuellen, repräsentativen TNS-Infratest-Umfrage Sorgen, dass bei ihm zu Hause eingebrochen werden könnte, wenn er nicht daheim ist. 90 Prozent derjenigen, die sich sorgen, würden sich sicherer fühlen, wenn sie per Nachricht auf ihr Smartphone über Vorkommnisse im Haus informiert und für weitere Schritte unterstützt würden.

An diesem Punkt setzt eine branchenübergreifende Partnerschaft an und verbindet das Smart-Home-Überwachungs- und Kontrollsystem von PanasonicPanasonic mit den Schutzleistungen für Wohnung und Haus im 24/7-Notfallservice der Allianz Global Assistance. Und das geht so: Sobald ein Smart-Home-Sensor unerwartete Vorkommnisse wie etwa zerbrochene Fensterscheiben, gewaltsame Tür- und Fensteröffnungen oder ungewöhnliche Bewegungen registriert, wird zur Abschreckung eines möglichen Einbrechers eine lautstarke Sirene im Innenraum ausgelöst. Top-500-Firmenprofil für Panasonic

Gleichzeitig bekommt der Bewohner eine Meldung auf sein Smartphone. Damit wird er aber nicht alleine gelassen. Via Allianz Global Assistance wird automatisch ein 24/7-Notfallservice informiert. Zudem werden zusätzlich notwendige Schritte eingeleitet, um Schäden zu verhindern. So kann eine zuvor festgelegte Kontaktperson benachrichtigt oder der Sicherheitsdienst informiert werden.

Hier entstehen branchenübergreifende Partnerschaften

Foto: Connected Living

Das Innovationszentrum Connected Living e.V. bietet eine Plattform zur Entwicklung von branchenüber­greifenden Partnerschaften und Lösungen für das Internet of Things. Hier entwickeln 47 Unternehmen, Organisationen und Forschungs­institutionen neue Produkte und Services, die klassische Geschäftsfelder durchbrechen und mit ganzheitlichen und branchenübergreifenden Lösungen neue wirtschaftliche Potenziale eröffnen.

Tielsa-Küche: Intelligenter Boden erkennt Notfälle

Der Küchenhersteller Tielsa hat mit seiner Produktreihe "Tielsa:connect" ein Küchenkonzept für smartes Wohnen auf den Markt gebracht. Das System bietet eine Vielzahl an Funktionen und kann vom Nutzer in bestehende Smart-Home-Lösungen integriert werden. Tielsa verbindet seine intelligente Küche mit Smart-Home-Anwendungen und bietet Lösungen in den Bereichen Komfort, Ergonomie, Sicherheit sowie altersgerechte Ambient-Assisted-Living-(AAL-)Anwendungen. Eine Besonderheit der Tielsa-Küchen sind die beweglichen Hubmodule: Mit diesen lassen sich per App oder Sprachbefehl die Arbeitsplatten sowie die Koch- und Spülmodule automatisch auf für den jeweiligen Benutzer passende Arbeitshöhen einstellen.

Tielsa:connect: ein Küchenkonzept für smartes Wohnen.
Tielsa:connect: ein Küchenkonzept für smartes Wohnen.
Foto: Tielsa

Die AAL-Lösungen integriert Tielsa in sein Küchenkonzept: Wird etwa einem Nutzer beim Kochen schwindelig und er stürzt, erkennt der mit Sensoren präparierte Fußboden den Zwischenfall und alarmiert die Notrufzentrale oder den Rettungsdienst, die ohne viel Zeitverzug die Haustür automatisch öffnen können.

Auch sehr angenehm: Mit dem Sprachbefehl "Tielsa, bitte bereite die Küche auf das Frühstück vor", werden persönliche Prozesse in der smarten Küche ausgelöst: Automatisch stellt sich ein individuelles Lichtszenario ein, die Soundanlage spielt die Lieblingslieder ab, der Wasserkocher erhitzt das Wasser für den Morgentee, und die Essbar stellt sich auf die Wunschsitzhöhe des Nutzers ein.

Um solch eine breite Palette an Diensten zu realisieren, kooperiert Tielsa mit einer Vielzahl von Endgeräteherstellern im Bereich Smart-Home-Technologien: PhilipsPhilips (Licht), OsramOsram (Licht), Sonos (Musik), WHD (Musik), Future Shape (intelligenter Fußboden) und MieleMiele (Haushaltsgeräte). Top-500-Firmenprofil für Miele Top-500-Firmenprofil für Osram Top-500-Firmenprofil für Philips

Zentrales Element des Systems ist der "Tielsa-Cube", der als Gateway die hersteller- und protokollübergreifende Integration von Geräten und Services ermöglicht. Durch diesen hohen Interoperabilitätsgrad können viele Smart-Home-Anwendungsfälle abge­bildet und branchenübergreifende Lösungen entwickelt werden, die dem Nutzer einen tatsächlichen Mehrwert bieten können. Durch die offenen Systemschnittstellen ist Tielsa:connect beliebig erweiterbar und hochflexibel. Steuerbar ist das System durch die Tielsa-App, die dem Nutzer stetigen Gerätezugriff ermöglicht und ihn gegebenenfalls in Gefahrensituationen warnt.

Mit seinem System konnte Tielsa den ersten jährlichen Smart-Kitchen-Startup-Cook­off gewinnen und sich dabei gegen mehr als 80 Kontrahenten aus aller Welt durchsetzen. Ausgezeichnet wurde die intelligente Küche nicht nur wegen ihrer visionären Ansätze und deren Einfluss auf unsere zukünftige Lebensweise, sondern auch wegen des überzeugenden Designs und der einzigartigen Nutzererfahrung.

Fahrrad mit eingebautem Diebstahlschutz und Notruf

Die Deutsche TelekomDeutsche Telekom geht als Telekommunikationsdienstleister mit dem Fahrradhersteller ZEG (Bulls) und dem E-Bike-Systemhersteller BroseBrose einen weiteren Schritt in Richtung Elektromobilität. Top-500-Firmenprofil für Brose Top-500-Firmenprofil für Deutsche Telekom

Gemeinsam mit den Kooperationspartnern hat die Telekom das intelligente Elektrofahrrad "Bulls Sturmvogel E Evo" entwickelt, das im Jahr 2017 auf den Markt kommen soll. Dank Chiptechnik und sensibler Sensorik in Verbindung mit einer App für die Benutzer werden eine neue Form des Diebstahlschutzes, das automatische Absetzen eines Notrufs im Fall eines Unfalls und ein proaktiver Service mit Ferndiagnose ermöglicht.

Bulls Sturmvogel E Evo
Bulls Sturmvogel E Evo
Foto: Bulls

Mit Hilfe der App kann der Standort des E-Bikes jederzeit festgestellt und der Akku-zustand abgerufen werden. Am Zielort angekommen, aktiviert der Fahrer über die App den Sicherungsmodus - das Connected Bike wird automatisch abgeschlossen. Erkennen die Sensoren eine dauerhafte Beschleunigung, verbunden mit einer Entfernung vom Standort, werden umgehend eine Nachricht sowie die Standortdaten an das verbundene Smartphone gesendet. Durch Aktivierung des Diebstahlsmodus kann der Nutzer nun den Antrieb abschalten und die Position an die Polizei weitergeben.

Doch nicht nur Diebstahl erkennt das E-Bike selbständig. Die aktuelle Fahrsituation wird konstant durch die Sensoren interpretiert. Wenn das Fahrrad ungewöhnlich schnell abgebremst wird und auf der Seite liegt, registriert das System einen möglichen Unfall. Reagiert der Fahrer auf die Nachricht eines bevorstehenden Notrufs nicht, schickt das Rad eine SMS mit Ortungsdaten an eine im Vorfeld bestimmte Person.

Auch Fahrradpannen scheinen mit dem Sturmvogel E Evo der Vergangenheit anzugehören. Via Ferndiagnose können Verschleißanzeichen an Bremse, Antrieb und Akkus analysiert werden. Inspektionen können auf diese Weise rechtzeitig durchgeführt und Verschleißteile zum richtigen Zeitpunkt ausgetauscht werden.

Das Internet of Things lebt von interdisziplinärer Kooperation
Das Internet of Things lebt von interdisziplinärer Kooperation
Foto: everything possible - www.shutterstock.com

Smart Home auf der CeBIT

Der HotSpot zum Thema Internet of Things (IoT), Smart Home und Machine-to-Machine-Kommunikation ist in Halle 13. Die SmartHome-Initiative Deutschland präsentiert am Freitag, 18. März, im Forum IoT ihre Perspektive auf das Internet der Dinge.

Im Bereich Global Conferences (Halle 8) ist der Messe-Donnerstag auf der "Center Stage" am Vormittag mit spannenden Vorträgen dem Thema IoT gewidmet.