Festnetzbetreiber und neue Anbieter kämpfen um Anteile

Internet-Telefonie ordnet den Markt neu

22. August 2005
Von Tanja Wolff
Erst 14 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen Voice over IP (VoIP). Dennoch wird die Technologie den deutschen Telefoniemarkt nachhaltig verändern. Laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft Deloitte können Firmen vor allem vom Preiskampf mit dem Festnetz profitieren.

Rund 500.000 Kunden in Deutschland nutzen bereits regelmäßig die IP-Telefonie und verfügen über eine installierte Hard- und Software, so die Untersuchung. Mehr als zwölf Prozent aller internationalen Gespräche aus Deutschland liefen bereits im vergangenen Jahr über VoIP. Etwa 14 Prozent der nationalen Unternehmen nutzen die Technologie.

Der Studie zufolge sorgen diese Entwicklungen dafür, dass die Prognosen und Umsatzerwartungen im klassischen Telefondienst korrigiert werden müssen. Marktforscher schätzen, dass das Volumen für VoIP-Lösungen in den kommenden zwei Jahren auf 528 Millionen Euro in Deutschland ansteigen wird. Europäische Ex-Monopolisten wie British Telecom, Deutsche Telekom und France Télécom erwarten Umsatzausfälle in Milliarden Höhe. Sie müssen bereits jetzt die Weichen für die zukünftige Sicherung und den Ausbau von Wettbewerbsvorteilen, Marktanteilen und Umsätzen stellen.

Marktsituation in Deutschland

Vergleich zwischen Festnetz- und IP-Telefonie.
Vergleich zwischen Festnetz- und IP-Telefonie.

Angebot und Nachfrage haben sich in den vergangenen Jahren auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt stark verändert. Laut der Analyse verlagert sich die Sprachtelefonie zunehmend auf den Mobilfunk. Festnetzanschlüsse werden verstärkt zur Datenkommunikation wie ISDN und DSL verwendet. Zusätzlich führen neue Technologien zu einer Steigerung der am Markt verfügbaren Telekommunikationsdienstleistungen und zu einem Rückgang der Produktionskosten. Außerdem hat die Deregulierungspolitik den Telekommunikationsmarkt deutlich verändert.