IT-Experten

Internetziele der Bundesregierung reichen nicht aus

04. November 2013
Fachleute aus der IT-Branche verlangen von der künftigen Bundesregierung mehr Anstrengungen bei Ausbau schneller Internetverbindungen. Dabei ist fraglich, ob die derzeitigen Ziele des Breitbandausbaus überhaupt erreicht werden können.

IT-Experten aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft halten die derzeitigen Ziele der Bundesregierung für den Ausbau schneller Internetverbindungen für nicht ausreichend. Das ergab eine Umfrage des Forschungsinstituts TNS Infratest unter Fachleuten im Auftrag des Bundesinnenministeriums. Knapp jeder zweite Befragte (48 Prozent) geht davon aus, dass in fünf bis zehn Jahren flächendeckende Internetverbindungen mit Übertragungsraten von 300 Megabit und mehr pro Sekunde erforderlich seien. Die amtierende Regierung hatte als Ziel genannt, bis 2018 deutschlandweit Raten von 50 MBit/s zu gewährleisten.

Diese Geschwindigkeit war laut dem "Breitbandatlas" des Wirtschaftsministeriums Ende 2012 bereits für 55 Prozent aller deutschen Haushalte verfügbar. Doch vor allem außerhalb der Großstädte sei man von einem flächendeckenden Breitbandanschluss noch weit entfernt, sagte Infratest-Geschäftsführer Robert Wieland bei der Vorstellung der Studie "Digitales Deutschland 2020" am Montag in Berlin. "Im ländlichen Bereich, da muss noch richtig nachgearbeitet werden." Auch der Deutsche Landkreistag forderte am Montag: "Es darf keine digitale Spaltung zwischen Stadt und Land geben."

Wieland hält eine schnelle Internetverbindung etwa für die Gesundheitsversorgung für unerlässlich. "Alleine, wenn wir uns die Themen Arbeit und Gesundheitssystem anschauen, reichen 50 MBit in der Regel nicht aus."

59 Prozent der knapp 600 befragten Experten verlangten, dass sich der Staat finanziell für schnelleres Internet stark macht. Der Breitbandausbau müsse endlich höchste politische Priorität bekommen, heißt es in der Studie. "Das ist auch ein Auftrag an eine neu zu bildende Bundesregierung: Es muss mehr investiert werden in den flächendeckenden Ausbau von Hochgeschwindigkeitsinternet", sagte die IT-Beauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Heike Raab, am Rande der Studienpräsentation. Ihr sächsischer Amtskollege Wilfried Bernhardt unterstrich das: "Das Ziel (der Bundesregierung) entspricht nicht den heutigen Herausforderungen. Wir müssen deutlich darüber hinausgehen."

In Sachen DatenschutzDatenschutz forderte jeder fünfte Experte strengere Regeln in Deutschland. Die Fachleute bevorzugten Regeln auf europäischer (44 Prozent) oder internationaler (31 Prozent) Ebene. "Es ist keine nationale Aufgabe", sagte Wieland. (dpa/rs) Alles zu Datenschutz auf CIO.de

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