Arvato Systems

"Irren ist innovativ"

02. Juli 2007
Von Frank Grünberg
Nur wer auch mal scheitern darf, kann neue Ideen entwickeln. Michael Pesch führt Arvato Systems daher mit großer Fehlertoleranz.
Michael Pesch, Geschäftsführer Arvato Systems: "Auf der Suche nach der nächsten Killerapplikation gibt es keine einfachen Antworten mehr. Wer das behauptet, liegt falsch."
Michael Pesch, Geschäftsführer Arvato Systems: "Auf der Suche nach der nächsten Killerapplikation gibt es keine einfachen Antworten mehr. Wer das behauptet, liegt falsch."

Wer im kalifornischen Silicon Valley nach den Killerapplikationen von morgen sucht, darf sich nicht auf die Labors der großen IT-Unternehmen beschränken. Wagnisfinanzierer recherchieren vor allem in den Wohnheimen und Kneipen der Universitäten, um vielversprechende Geschäftsideen aufzuspüren. Auch MicrosoftMicrosoft und AppleApple sind dieser Kreativszene schließlich einst entsprungen. Jedoch setzen die Venture Capitalists ihr Geld niemals auf ein einziges Pferd. Vielmehr lautet ihre Erfolgsformel zehn zu eins. Ihr Kalkül: Von zehn Projekten, die sie fördern, schafft es maximal eine bis zur profitablen Marktreife. Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de

Auch Michael Pesch hat sich dieses Prinzip zu eigen gemacht. Als Geschäftsführer des IT-Dienstleisters
Arvato Systems GmbH begann er vor drei Jahren damit, einen hochfrequenten Innovationsprozess im Unternehmen zu verankern, weil er die Suche nach erfolgversprechenden Ideen nicht länger dem Zufall überlassen wollte. Fehlversuche hat er eingeplant. "Nur wer scheitern darf", bringt Pesch seine Führungsphilosophie auf den Punkt, "wird dauerhaft neue Ideen entwickeln."

Permanent neues Geschäft erspüren

Der promovierte Wirtschaftsingenieur weiß, wovon er spricht. Schließlich führt der 43-Jährige ein Unternehmen, das im Jahr 2001 aus der Bertelsmann-Gruppe in ein Profit-Center entlassen wurde. In kürzester Zeit musste das Corporate-Start-up lernen, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen. Die Folge: Nicht zum Kerngeschäft zählende Einheiten wurden veräußert, der Rest auf Effizienz getrimmt. Der Umsatz sackte zwischenzeitlich auf unter die Hälfte. Über 500 Unternehmen zählt der IT-Dienstleister zu seinen Kunden, darunter die Konzernschwestern RTL (Fernsehen), BMG (Musik), Gruner+Jahr (Zeitschriften) und Random-House (Bücher), die mittlerweile fast die Hälfte des Umsatzes beisteuern.

Der herkunftsbedingte enge Kontakt zur Medienbranche treibt die Entwicklung bei Arvato Systems vor allem in punkto Innovationskraft nach wie vor voran. Denn wie kaum eine andere Branche wird die Medienindustrie durch den technischen Fortschritt geprägt. "Gerade weil wir Technikexperten sind", sagt Pesch, "müssen wir unseren Kunden Wege aufzeigen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln." Zuverlässig Rechenzentren zu betreiben wäre einfach zu wenig.

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