Vier Vorfälle pro Jahr

IT-Ausfall kostet bis zu 41.000 Euro pro Stunde

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
In Unternehmen mit bis zu 5.000 Mitarbeitern kostet eine Stunde Systemausfall knapp 41.000 Euro. Einer aktuellen Studie zufolge kommt so etwas kommt etwa viermal pro Jahr vor.

Wie hält es der deutsche Mittelstand mit der Ausfallsicherheit seiner geschäftskritischen IT-Systeme? Das wollten die Marktforscher von Techconsult wissen. Der Begriff Mittelstand reicht dabei von 200-Mann-Firmen bis zu Unternehmen mit 4.999 Mitarbeitern. Insgesamt 300 solcher Betriebe hat Techconsult im Auftrag von HPHP befragt. Alles zu HP auf CIO.de

Beim Ausrechnen der Kosten durch Systemausfälle kommt Techconsult auf die dramatische Zahl von knapp 400.000 Euro pro Jahr für Mittelständler. Aufgeschlüsselt ergeben sich folgende Daten:

  • Die Befragten verzeichneten binnen letzten Jahres vier Ausfälle.

  • Im Schnitt brauchten sie 3,8 Stunden für die Wiederherstellung.

  • Die Kosten schlugen durchschnittlich mit gut 25.000 Euro pro Stunde zu Buche.

Werden diese Zahlen multipliziert, ergibt sich ein Gesamtschaden von 380.000 Euro pro Unternehmen und Jahr. Allerdings verbergen sich hinter den Durchschnittswerten erhebliche Spannen. Konkret: kleine Mittelständler (200 bis 499 Mitarbeiter) beziffern die Kosten für eine Stunde Systemausfall mit gut 20.000 Euro. Große Firmen (1.000 bis 4.999 Mitarbeiter) sprechen von knapp 41.000 Euro. Hier muss jedoch angemerkt werden, dass immerhin 40 Prozent der Befragten gar nicht wissen, wie hoch diese Kosten anzusetzen sind.

Alle Befragten geben an, Ausfälle in solcher Höhe verkraften zu können. Für kleine Unternehmen wird es kritisch, wenn die Ausfallzeit fünf Stunden überschreitet, große Firmen kommen bereits bei viereinhalb Stunden an ihre Grenzen.

Des weiteren wurden die Befragten aufgefordert, den Status ihrer IT-Verfügbarkeit zu beschreiben:

  • Eine knappe Mehrheit (152 Unternehmen) erklärt, "sehr viel" für die Verfügbarkeit zu machen, aber mit einem "kleinen Restrisiko" zu leben.

  • 96 Befragte nehmen für sich in Anspruch, durch geeignete Maßnahmen "eine maximale IT-Verfügbarkeit" zu erreichen.

  • Die restlichen 52 Befragten räumen ein, in diesem Punkt noch "mehr tun" zu müssen, noch nichts umgesetzt zu haben oder sich noch gar nicht damit beschäftigt zu haben.

Die großen Mittelständler (bis 5.000 Mitarbeiter) verfügen im Schnitt über 157 physische und 236 virtuelle Server. Die kleinen Betriebe (bis 500 Mitarbeiter) arbeiten mit 18 physischen und 20 virtuellen Servern.

Darüber hinaus wollte Techconsult wissen, wie sich die Befragten bei Ausfällen verhalten, und zwar sowohl in Bezug auf die Infrastruktur als auch auf Anwendungen. Dabei konnten die Unternehmen mehrere Möglichkeiten angeben. Was die Anwendungen betrifft, so löst die Mehrheit der Unternehmen Probleme "in der Regel" selbst (Kleinbetriebe: 66 Prozent, große Mittelständler: 72 Prozent). Außerdem haben sie typischerweise einen Wartungsvertrag abgeschlossen und rufen den jeweiligen Dienstleister an (Kleinbetriebe: 52 Prozent, große Mittelständler: 54 Prozent).

Sofern bei Ausfällen die Infrastruktur betroffen ist, meldet sich mehr als jeder zweite Befragte beim Dienstleister, mit dem er einen Wartungsvertrag abgeschlossen hat (kleine Betriebe: 53 Prozent, große Mittelständler: 52 Prozent). 46 Prozent (kleine Betriebe) beziehungsweise 44 Prozent (große Mittelständler) beheben die Schwierigkeiten selbst.

Zur Startseite