Die wöchentliche CIO-Kolumne

IT-Budgets 2004: Ein Auf ohne Schwung

10. November 2003
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Pünktlich zum Jahresende beginnt der alljährliche Blick in die Kristallkugeln der Wirtschaftinstitute, Marktforscher oder Unternehmensberatungen. In diesem Jahr ist der Tenor der meisten Studien eindeutig: Es geht aufwärts, wenn auch bescheiden. Für CIOs bieten die Prognosen allerdings noch keinen Anlass zur Freude.

Denn seien es nun das Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsinstitute, seien es die Vorhersagen von IT-Spezialisten wie Gartner oder IDC : Oft genug hat sich gezeigt, dass darauf nur wenig Verlass ist, häufig mussten die Institute ihre Vorhersagen später korrigieren. Deshalb lösten ihre jüngsten Aussagen in der Wirtschaft auch kaum Euphorie aus. Die Schmerzen der vergangenen drei Jahre stecken vielen IT-Verantwortlichen noch in den Knochen. Und das ist gut so: Denn auch wenn sich allmählich eine Erholung abzeichnet, müssen CIOs ihre IT weiterhin aufräumen.

Zwar haben die Unternehmen, von außen betrachtet, vieles getan, um ihre Kosten zu senken: Sie entließen Mitarbeiter, schrieben Werte in Millionenhöhe ab und verkauften unrentable Geschäftsbereiche. In den Zahlen für das dritte Kalenderquartal 2003 haben sich bereits die Früchte dieser Maßnahmen gezeigt; die Jahresbilanzen lassen ähnliches erwarten: Die Erträge vieler Unternehmen fielen deutlich positiver aus als noch vor einem Jahr.

Keine Atempause

Doch blickt man in die IT-Abteilungen der Unternehmen, so ist dort noch längst kein Ende der Sparzwänge abzusehen. Wer glaubt, nun sei es an der Zeit für eine schöpferische Atempause, dürfte sich bitter täuschen. Auch wenn die Budgets im nächsten Jahr stabil bleiben, wie Merrill Lynch voraussagt, oder sogar leicht steigen, wie Gartner und IDC prognostizieren: Viele ProjekteProjekte, die CIOs während der wirtschaftlichen Flaute angestoßen haben, haben sie noch längst nicht abgeschlossen. Viele Experten schätzen, dass mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen ihre geschäftskritischen Anwendungen noch immer auf Altsystemen betreiben. Alles zu Projekte auf CIO.de

Nach wie vor stehen also drei Wörter ganz oben auf der To-do-Liste der meisten CIOs: Konsolidieren, Standardisieren und Integrieren. Das kostet neben Zeit und Nerven vor allem auch Geld. Die IT-Verantwortlichen brauchen im nächsten Jahr nicht auf weniger Kostendruck zu hoffen. Selbst gestiegene Budgets werden vor allem in diese Pflichten fließen sofern die Inflation den Anstieg nicht ohnehin auffrisst. Für die Kür der CIOs wird daher wenig Spielraum bleiben, etwa über den Einsatz neuer Technologien und StrategienStrategien zur Unterstützung von Geschäftsprozessen nachzudenken und sie nachhaltig anzustoßen. Alles zu Strategien auf CIO.de

Links zum Artikel

Themen: Projekte und Strategien

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus
Zur Startseite