Nur zehn Prozent arbeiten auf diesem Feld professionell

IT-Demand-Management bestenfalls befriedigend

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Ein Notenschnitt von 3,25 kann bei Schülern für Freude über die Zensur "befriedigend" sorgen. Sie zeigt in diesen Fällen aber auch an, dass der Eleve sich mühsam von der Vier hochgearbeitet hat und der Weg zum Musterschüler noch weit ist. So ist es um das IT-Demand-Management der Firmen bestellt, wie aus einer Deloitte-Studie hervorgeht. Als professionell ist bislang nur ein Zehntel der Unternehmen einzustufen.
So schneiden die Firmen in den einzelnen Kategorien ab.
So schneiden die Firmen in den einzelnen Kategorien ab.

40 Prozent ordnet Deloitte in die Kategorie "Anfänger" ein; der Nachholbedarf ist also offenkundig. Ein für manche erstaunlicher Befund ist sicherlich, dass zwischen der Qualität des Demand-Managements und dem Outsourcing-Grad anscheinend kein Zusammenhang besteht: Ob hohes, ob niedriges Auslagerungs-Niveau, macht kaum einen Unterschied.

An der "Kultur" hakt es übrigens auch nicht: Gegenseitiges Verständnis der Fachabteilungen und der Firmen-IT, Informations-Fluß und Kooperations-Bereitschaft sind alles in allem gut: Deloitte ermittelte einen Schnitt von 2,52. Das bedeutet, dass immerhin ein Fundament für Verbesserungen vorhanden ist.

Die größten Defizite bestehen einerseits bei Methoden und Tools (Note 3,54), andererseits bei Pricing und Anreizen (Note 3,48). Das bedeutet etwa, dass nicht genügend bedarfsabhängige Leistungsverrechnungs-Strukturen implementiert sind und kaum Bewertung stattfindet.

Daneben greifen die Abläufe noch nicht optimal ineinander. Ein durchgängiger formalisierter Prozess ist das Demand-Management bislang erst in 17 Prozent der Firmen. Auch bei der Transparenz hapert es.