Neue Wege gehen

IT-Einkäufer müssen beim Outsourcing umdenken

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Mehr Mut zum Irrtum empfiehlt Forrester-Analystin Liz Herbert. Sie sieht einen erheblichen Wandel durch disruptive Technologien und andere Preismodelle.
Ein neues Modell für IT-Outsourcing.
Ein neues Modell für IT-Outsourcing.
Foto: Forrester

Weg mit der Ordnung - auf diese Formel ließe sich ein Papier von Forrester-Analystin Liz Herbert bringen. Unter dem Titel "The new organizational requirements for sourcing digital solutions" beschreibt Herbert, wie sich der Einkauf externer IT-Leistung verändert. Hintergrund ist das Zusammenwachsen von Business und Technik durch die Digitalisierung.

Laut Herbert entscheiden zwei Faktoren über den Unternehmenserfolg: Die Fähigkeit, neue Technologien zu adaptieren, und eine möglichst schnelle Marktreife neuer Produkte und Dienstleistungen zu erlangen. Die dafür nötige Unternehmenskultur umreißt sie mit dem Begriff Agilität. Entscheidungen müssen schnell fallen.

Ausnahmen Infrastruktur und Application Maintenance

Das verändert den Blick auf IT-Outsourcing. Herberts These: Entscheider brauchen Mut zum Irrtum. Sie sollten bestehende Partnerschaften überprüfen und Neues ausprobieren. Allerdings hebt die Analystin Ausnahmen hervor: Bei Services wie Infrastruktur-Outsourcing und Application-Maintenance sollte nach dem herkömmlichen Modell ausgelagert werden, das heißt, Ziele bleiben Kostenreduktion und Risiko-Minimierung.

Disruptive Technologien und neue Preismodelle

Ansonsten aber will Herbert das Schlagwort der disruptiven Technologien auf das OutsourcingOutsourcing ausgeweitet sehen. Das ändert auch den Blick auf die Zahlungsmodalitäten: statt festgelegter Preise rät sie zum Beispiel, den Service Provider am Umsatz zu beteiligen, den seine Leistung generiert. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Experten-Center aufbauen

Forrester-Analystin Liz Herbert
Forrester-Analystin Liz Herbert
Foto: Forrester

Herbert schlägt vor, innerhalb der Unternehmen ein Experten-Center zu etablieren. In diesem versammeln sich Kollegen aus folgenden Abteilungen: IT, Recht, Sicherheit/Risiko und der jeweiligen Linie.

Bei der IT liegen mindestens die Verantwortlichkeiten für die Standards der Architektur, Integration, Unternehmens-Plattform, Entwicklung von App Store beziehungsweise Cloud Store. Die letztendliche Auswahl der Anbieter und die Finanzierung übernimmt die Linie. Herbert empfiehlt, die Mitglieder dieses Experten-Centers rotierend zu besetzen. Das soll für den nötigen Austausch sorgen und sicherstellen, dass die Anforderungen des Business erfüllt werden.

Agieren wie kleine Unternehmen

Die Analystin illustriert ihren Ansatz mit dem Zitat eines Entscheiders, der bei einer internationalen Restaurant-Kette arbeitet. Er sagt, auch ein großes Unternehmen solle "agieren wie ein kleines", eben wendig und mit kurzen Wegen.

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