Ranking der größten Zeitfresser

IT-Experten schwer genervt von SOX

24. August 2005
Von Ingo Butters
Die Umsetzung des Sarbanes Oxley Acts (SOX) halten IT-Fachleute aus den USA für die Mutter aller Zeitverschwendungen. Das hat eine Befragung der IBM-Anwendervereinigung Share ergeben. Demnach halten es die Share-Mitglieder sogar für sinnvoller, sich mit unerprobter Technik auseinander zu setzen als mit der Compliance-Richtlinie.

Die Anwendervereinigung hatte ihre Mitglieder gefragt, was sie in zehn Jahren wohl als die größte Zeitverschwendung in den heutigen IT-Abteilungen bezeichnen würden. Mit 28 Prozent die häufigste Antwort: die Umsetzung der Compliance-Richtlinie Sarbanes Oxley Act. "Das kostet eine Menge Zeit, ohne dass der materielle Nutzen abzusehen ist", sagt der Share-Vorsitzende Robert Rosen. Mehrere Firmen, so Rosen, erwögen bereits ein De-Listing, also den Rückzug von der Börse, weil sie die SOX-Anforderungen nicht umsetzen können.

Der Ärger mit SOX hat im Ranking der größten Zeitfresser sogar die klassischen IT-Themen verdrängt; erst auf den Plätzen folgt der Einsatz nicht erprobter (23 Prozent), unnötiger (19 Prozent) oder überholter (17 Prozent) Technologien. Jeder Zehnte ist sich sicher, dass er 2015 den Einsatz externer IT-Berater als die größte Zeitverschwendung des Jahres 2005 bezeichnen wird. Neun Prozent finden, dass mit Software-Updates Zeit verplempert wird.

IT-Sicherheit das wichtigste Thema

Die Share-Mitglieder sollten auch die wichtigsten IT-Trends der kommenden fünf Jahre benennen. Mit 31 Prozent der Nennungen liegt hier das Thema IT-Sicherheit weit vorne. 17 Prozent meinen, dass der Mangel an qualifiziertem Personal die IT bis 2010 am stärksten beeinflussen wird. 14 Prozent der Befragten sehen im OutsourcingOutsourcing oder Offshoring der Anwendungsentwicklung und- betreuung den dominierenden IT-Trend. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

In der IBM-Anwendervereinigung Share sind mehr 20.000 IT-Experten aus Unternehmen vertreten. Im Vorfeld ihres 50-jährigen Jubiläums führte Share die Umfrage unter 444 Mitgliedern durch.