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IT-Freiberufler-Pool bald leergefischt

05. Dezember 2011
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.

Für die mit Projekten betrauten IT-Abteilungen ist der Boom in diesem Freiberufler-Segment nicht unbedingt ein Grund zu frohlocken. Diese Zahlen bestätigen, dass aktuell in den Kundenunternehmen nicht ausreichend qualifizierte IT-Fachkräfte zur Besetzung der laufenden und geplanten Projekte vorhanden sind. Kapazitätsengpässe müssen somit durch freiberufliche IT-Experten geschlossen werden.

Personalagenturen gehen die IT-Freiberufler aus

Das gelingt derzeit offenbar noch einigermaßen. Aber auch das gedeihliche Geschäft der Dienstleister ändert nichts daran, dass der Pool an IT-Freiberuflern endlich ist. „Inzwischen ist die schleppende Rekrutierung von freiberuflichen IT-Experten bereits wieder ein Wachstumshemmnis, das zeigen viele Gespräche mit führenden Dienstleistern“, heißt es in der Studie. „Für die Auftraggeber bedeutet das längere Wartezeiten, bis die richtigen Profile gefunden sind und Kandidaten zur Verfügung stehen.“

Lünendonk rät Anwenderunternehmen deshalb, Dienstleister früher in die Planungsprozesse einzubeziehen. Nur so ließen sich Projektbesetzungsquoten und Laufzeiten im Rahmen halten. Wer weiter auf Ad-hoc-Rekrutierung setze, müsse mit langen Wartezeiten und überproportional steigenden Honorarforderungen rechnen. Eventuell müsse man Mitarbeiter aus anderen Projekten herauskaufen, was neben hohen Kosten auch zu einem Imageschaden führen könne.

Die Marktforscher raten deshalb zu einer Art „Planungspartnerschaft“ mit den Vermittlungsfirmen. Für die Zukunft benötigten deren Kunden deutlich mehr Transparenz über intern vorhandene und extern zuzukaufende Kompetenzen. „Für ein nachhaltiges strategisches Personal- und Talentmanagement wäre ein Mehr an Transparenz Gold wert“, heißt es in der Studie weiter.

Agenturen sollen sich internationalisieren

Aber auch für Anbieter erschwert diese Entwicklung langfristig die Lage, denn das Kundenpotenzial stößt hierzulande bald an Grenzen. Lünendonk empfiehlt den in Deutschland ansässigen Anbietern deshalb, ihr Geschäft zu internationalisieren. „Dabei könnten die Dienstleister ihren deutschen Kunden ins Ausland folgen“, schlagen die Marktforscher vor. „Im Fokus stehen dabei nicht nur China und Indien, sondern auch Südamerika und andere aufstrebende IT-Delivery-Standorte.“