CIO des Jahres - Top 10 Mittelstand

IT-Governance mit Open Source

25. November 2010
Jürgen Renfer von der Bayerischen GUVV/LUK schafft Transparenz bei den IT-Leistungen.
Foto: Bayer. GUVV/LUK, Jürgen Renfer

Vordergründig sieht es nach einem Widerspruch aus: Jürgen Renfer, Leiter Informationstechnik bei dem bayerischen Sozialversicherer, schätzt die Gestaltungsfreiheiten seiner Arbeit, dennoch musste er in seiner Abteilung die ausnahmslose Orientierung an strukturierten und sauber dokumentierten IT-Prozessen durchsetzen. Doch hinter der Kulisse der hierzu eingeführten "IT-Governance-Map" konnten Renfer und seine Kollegen ihre volle Kreativität entfalten. Die Herausforderung bestand darin, auf Basis von aktuellen Standards, Normen und Best Practices eine Lösung zu finden, die mittelstandsorientiert ist, sich sukzessive einführen und später anpassen lässt. Ebenso spielte der Kostenaspekt eine Rolle, weshalb umfangreiche kommerzielle GRC-Angebote von vorneherein ausschieden.

Das Ergebnis führte im methodisch-theoretischen Projektteil zu zehn "Büchern", die neben einem ICT-Rahmenkonzept die IT-Aspekte mit Methoden und Templates abdecken. Darunter fallen beispielsweise der Systems-Guide sowie Handbücher für Betrieb, Entwicklung, Sicherheit und Qualität, die sukzessive weiter wachsen.

Zur technischen Umsetzung der Governance-Map bediente sich Renfer aus dem Open-Source-Lager. Das Dach für die zehn Bücher bildet nun das vorkonfigurierte Content-Management-System Typo3. Hier fließen auch Informationen aus dem Itil-konformen Helpdesk von OTRS, aus Redmine für das Portfolio-, Projekt- und Entwicklungs-Management sowie aus der GLPI-Suite für das Bestell/Lieferwesen und Finanz-Management ein. Das Ganze wurde als Komplettlösung im Rahmen einer virtuellen Appliance ausgelegt, die Web-fähig ist uns sich laut Renfer sowohl relativ einfach an wechselnde Anforderungen anpassen, als auch zügig in Betrieb nehmen lässt. Im weiteren Ausbau sind automatisierte Auswertungen für das IT-Management geplant, idealerweise über ein Web-Dashboard.

Aufgrund der Praxisumsetzung mit Open SourceOpen Source und in Eigenleistung hielten sich die Projektkosten in einem äußerst überschaubaren Rahmen - "Der RoI ist sehr kurzfristig eingetreten", so Renfer. Messbar sind zum Beispiel die aufgrund der strukturierten IT-Informationen deutlich reduzierten Recherchezeiten und die verbesserten Planungsgrundlagen. Sehr wichtig ist dem CIO aber auch eine damit einhergehende positive Wahrnehmung seiner Abteilung im Top-Management. Alles zu Open Source auf CIO.de

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