Synergien

IT in der Oper

03. November 2003
Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Was hat eine Oper mit einem mittelständischen IT-Dienstleister zu tun?Sehr viel, meinen der Intendant der Bayerischen Staatsoper Sir Peter Jonas und der Geschäftsführer des Münchener IT-Dienstleisters Beck et al. Services.

"Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Parallelen sehe ich zwischen IT und Oper", sagt Siegfrid Lautenbacher, Geschäftsführer des Münchener IT-Dienstleisters Beck et al. Services. "Der Kulturbetrieb Bayerische Staatsoper ist genau wie wir eine mittelständische produzierende Firma." Seit einigen Monaten unterstützen die Münchener im "Classic-Circle"-Programm die Kunst. "Wir haben den Wissensaustausch angeregt, da wir über den Tellerrand der eigenen Branche schauen wollen", sagt Lautenbacher. "Das Tolle ist, dass die Oper auch ganz eng mit uns zusammenarbeiten will", freut er sich über das Theater-Engagement, das er sich 5000 Euro im Jahr kosten lässt.

"An fast allen Abenden eine Produktion auf die Beine zu stellen, das ist schon eine unglaubliche Leistung", begeistert sich Lautenbacher. "Wir wollen von der Oper lernen und uns Anregungen holen. Denn Strategie, Planung, Budget, Serviceorientierung, Projektgeschäft und Betrieb sind sowohl in der IT-Dienstleistung als auch in der FührungFührung eines Opernhauses unerlässliche Inhalte des Business, der Umgang mit diesen Themen ähnlich." Alles zu Führung auf CIO.de

Staatsintendant Sir Peter Jonas pflichtet Lautenbacher bei: "Wir sind wie Beck et al. ein Service-Unternehmen, das jeden Abend eine hoch komplexe Dienstleistung, nämlich eine Opernvorstellung, auf die Beine stellt und dabei ein sehr heterogenes Publikum begeistern muss", sagt er. Auch die Oper müsse sich dabei "stets weiterentwickeln, innovativ sein, provozieren, aufregen und trotzdem Akzeptanz beim Publikum finden."

Geschäftsführer Siegfrid Lautenbacher
Geschäftsführer Siegfrid Lautenbacher

Der Intendant erhofft sich ebenfalls Profit von der ungewöhnlichen Zusammenarbeit. Er will von der Technologiefirma erfahren, "wie heute ein junges Unternehmen geführt wird und was zum Erfolg beiträgt." Zudem erhofft er sich Hilfe für seine Internet-Präsenz: "Wie können wir technologische Entwicklungen nutzen, um die Oper, eines der ältesten und dem Menschen nächsten Produkte, auf effizientere Weise an das Publikum zu vermitteln?" Besonders in Bezug auf das junge Publikum sei es wichtig zu zeigen, dass man up to date ist.

Geschäftsführer Siegfrid Lautenbacher (o.) will von Opernintendant Sir Peter Jonas lernen.
Geschäftsführer Siegfrid Lautenbacher (o.) will von Opernintendant Sir Peter Jonas lernen.

Im Herbst kam Sir Peter Jonas bereits ins Unternehmen nach München-Thalkirchen in die Zielstattstraße, um mit Mitarbeitern und Geschäftsfreunden über die Ähnlichkeiten und die Unterschiede zwischen IT- und künstlerischem Unternehmen zu sprechen. Und es soll nicht bei einer einmaligen Aktion bleiben. Statt zur Weihnachtsfeier ins Lokal will Lautenbacher seine 35 Mitarbeiter aus elf Nationen in diesem Jahr einladen, hinter die Kulissen der Bayerischen Staatsoper zu schauen.

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