Ärger am Vertragsende vermeiden

IT-Leasing als Chance zu mehr Flexibilität

08. August 2005
Von Ingo Butters
Angesichts eines enormen Wettbewerbs- und Innovationsdrucks setzen viele Firmen mittlerweile auf Leasingmodelle, wenn sie neue IT anschaffen. Sie versprechen sich davon höhere finanzielle und technologische Flexibilität. Wie ein Report des Marktforschers IDC zeigt, müssen Unternehmen bei der Anbieterauswahl und Vertragsgestaltung aber mit größter Sorgfalt vorgehen, wenn sie unangenehme Überraschungen am Ende der vereinbarten Leasing-Laufzeit vermeiden wollen.

Technik-Leasing hat inzwischen eine rund 40-jährige Geschichte. Seinen Durchbruch erzielte das Finanzierungsmodell in Siebzigern, als sich Leasing-Verträge mit zwei- bis vierjähriger Laufzeit auf breiter Front durchzusetzen begannen. Im Gegensatz zum Kauf, bei dem der Lebenszyklus eines Gutes in der Regel auf rund fünf Jahre angesetzt ist, können Innovationszyklen damit verkürzt werden. Eine Firma kann neue Technologien früher und schneller einführen und so besser auf sich ändernde Anforderungen des Markts reagieren.

Ein weiterer Vorteil des Leasings ist, dass kaum Kapital gebunden wird. Davon profitieren vor allem Firmen, die einen bestimmten Anteil ihrer Mittel frei verfügbar halten müssen. Die Gefahr sinkt, dass Technik notwendig als länger eingesetzt werden muss, um den Abschreibungszeitraum voll auszuschöpfen.

Diese Vorteile treten vor allem beim so genannten Fair Market Value (FMV)-Modell hervor. Hier kann sich der Leasingnehmer am Ende der Vertragslaufzeit entscheiden, ob er das Leasing-Gut zum Marktpreis kauft, den Vertrag verlängert oder einen neuen Vertrag abschließt. Beim traditionellen Full Payout Leasing steht dagegen der Kauf des geleasten Gutes, oft zu einem symbolischen Preis, von Beginn an fest. Dieses Modell eignet sich vor allem für Güter, die länger als fünf Jahre eingesetzt werden sollen und weitgehend wertstabil sind. Der größeren Flexibilität und meist geringerer Ratenzahlungen wegen, wird das Gros der Leasing-Verträge mittlerweile als FMV-Modell abgeschlossen.

Schlechte Erfahrungen mit Leasing

Allerdings machen einige Firmen mittlerweile einen großen Bogen um Leasing-Modelle, weil sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Besonders hakelig gestaltete sich oft das Ende der Vertragslaufzeit: Unternehmen sahen sich auf einmal mit wesentlich höheren Abschlusszahlungen konfrontiert, als sie erwartet hatten. Verantwortlich waren meist nicht eindeutig formulierte Verträge, die beispielsweise für den Fall einer vorzeitigen Vertragsauslösung oder für Upgrade-Kosten keine eindeutigen Regelungen enthielten.

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