Rückgang von 3,8 Prozent - Erholung ab 2010

IT-Markt bricht heftiger ein als nach Dotcom-Blase

07. April 2009
Von Nicolas Zeitler
Einen noch stärkeren Einbruch als nach dem Platzen der Internet-Investment-Blase 2001 wird der weltweite IT-Markt in diesem Jahr erleben. Am stärksten betroffen ist das Hardware-Geschäft.

Der Sparzwang in IT-Abteilungen und bei Verbrauchern lässt die Ausgaben für Informationstechnik dieses Jahr um 3,8 Prozent sinken. Das sagen die Marktforscher von Gartner voraus. Der Rückgang wird deutlich stärker ausfallen als bei der Krise im Jahr 2001, als die IT-Ausgaben um 2,1 Prozent sanken. Noch im Herbst letzten Jahres hatte Gartner angenommen, die derzeitige Krise werde weniger schlimm ausfallen als die vor acht Jahren. In absoluten Zahlen: Wurden mit Hardware, Software, Dienstleistungen und Telekommunikation 2008 rund 3,4 Billionen US-Dollar umgesetzt, sollen es in diesem Jahr nur noch 3,2 Billionen sein.

Am stärksten betroffen ist das Hardware-Geschäft, hier nehmen die Ausgaben um einen zweistelligen Prozentsatz ab: um 14,9 Prozent von 381 Milliarden 2008 auf jetzt 324,3 Milliarden Dollar. Telekommunikationsdienste verlieren 2,9 Prozent und erlösen nunmehr 1,9 Billionen Dollar, für Dienstleistungen errechnet Gartner einen Rückgang um 1,7 Prozent auf 796 Milliarden.

Einen leichten Zuwachs kann nur der HandelHandel mit Software verbuchen, der um 0,3 Prozent wächst und dieses Jahr 222,6 Milliarden einbringen soll. Dem Einbruch des gesamten Geschäfts um fast vier Prozent ging im Vorjahr noch ein Zuwachs um 6,1 Prozent voraus. Top-Firmen der Branche Handel

Staatliche Konjunkturprogramme werden nach Ansicht der Marktbeobachter zwar auf lange Sicht den Markt beleben können, die schlechte Entwicklung in nächster Zeit könnten jedoch auch sie nicht verhindern. Bevor sich die Finanzmärkte weltweit stabilisiert hätten, sei mit wachsenden Bruttoinlandsprodukten und steigenden IT-Ausgaben nicht zu rechnen.