Unklare Strukturen treiben Firmen ins Chaos

IT-Mitarbeiter scheuen Verantwortung

16. Februar 2007
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Und keiner will's gewesen sein: Vier von zehn Unternehmen verlieren jeden Monat bis zu sieben Manntage, weil IT-Probleme ungelöst bleiben. Das behauptet der Marktforscher Vanson Bourne in einer Studie. Nicht selten sind die Probleme aber hausgemacht: Kompetenzen werden nicht klar verteilt, die Kollegen reden aneinander vorbei oder kommunizieren überhaupt nicht.

Eine überwältigende Mehrheit von 83 Prozent der Unternehmen in Deutschland erklärt, wegen der mangelnden Eigenverantwortung der Belegschaft Verzögerungen hinnehmen zu müssen. 40 Prozent der Firmen nennen eine Spanne von drei bis sieben Manntagen pro Monat, weitere dreizehn Prozent gehen sogar von noch mehr verlorener Zeit aus. In großen Konzernen, so die Autoren der Studie, könnten da schon einmal mehrere Millionen Euro zusammen kommen.

In 79 Prozent der Unternehmen sind erste Anzeichen drohender Systemausfälle schon einmal schlicht übersehen worden.

Komplexe IT-Umgebungen als Auslöser der "Ich war's nicht"-Denke?

Die Analysten haben nach den Gründen gesucht. Die Befragten führen fehlende Kommunikation in internen Teams, unklar definierte Zuständigkeiten und widersprüchliche Informationen an. These: Komplexere IT-Umgebungen begünstigen eine Unternehmenskultur, in der sich die Mitarbeiter gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben.

Diese Probleme sind offenbar branchenabhängig. So berichten 44 Prozent der Befragten aus der verarbeitenden IndustrieIndustrie, das gegenseitige Abwälzen der Verantwortung bewirke "häufig" Verzögerungen, weitere zwölf Prozent beklagen, das sei "immer" der Fall. In den Bereichen Retail und Logistik erleben das nur 19 Prozent "häufig" oder "immer". Top-Firmen der Branche Industrie