"Software hosted in Germany"

IT-Mittelstand will NSA-Affäre nutzen

11. März 2014
Deutschland ist international für strenge Datenschutz-Regeln bekannt. Die deutschen IT-Mittelständler wollen daraus Kapital schlagen: Das Logo "Software hosted in Germany" soll nach der NSA-Affäre für Datensicherheit stehen.

Deutschlands IT-Mittelstand will vom NSA-Skandal profitieren. Das neue Logo "Software hosted in Germany" soll verunsicherten Kunden vertrauenswürdige deutsche Technologie garantieren. Zugleich fordern die Unternehmen von der Politik stärkere Förderung als bisher.

"Wir sollten das gute Ansehen, das Deutschland in Sachen Datensicherheit hat, als Standortvorteil nutzen", sagte auf der Computermesse CeBIT Oliver Grün, Präsident des Bundesverbandes IT-Mittelstand (BITMI). Das neue Logo soll deutsche IT-Produkte international sichtbarer machen. Es solle die Wettbewerbsfähigkeit von Softwarehäusern stärken, die ihre Produkte über deutsche Rechenzentren anbieten. In einem Positionspapier macht sich der Verband vor allem für eine bessere Finanzierung, eine Stärkung des EU-Binnenmarktes und Internationalisierung der Branche stark.

Grün beklagte, dass die Digitalisierung des Arbeitsalltags noch immer zu wenig Würdigung in der Politik finde. "Die digitalen Themen kommen in der Politik nicht weit über Lippenbekenntnisse hinaus", erklärte Grün. Unternehmen seines Verbandes, der in Deutschland mehr als 1000 Firmen mit bis zu 750 Mitarbeitern zu seinen Mitgliedern zählt, beschäftigten etwa 85 Prozent aller Auszubildenden der Branche. "Wir stellen dort in Summe die Mehrheit der Arbeitsplätze", sagte Grün. 70 Prozent des im Verband organisierten IT-Mittelstands erwarteten dieses Jahr Umsatz-, und rund 40 Prozent Gewinnsteigerungen.

Bei der Finanzierung sei nicht nur die Förderung junger innovativer Unternehmen - sogenannter Start-ups - wichtig, sondern auch von denen, die die Gründerphase bereits hinter sich gelassen hätten. Viele von ihnen kämpften mit einer dünnen Eigenkapitalquote, ein besserer Zugang zu alternativen Finanzierungsquellen sei daher nötig. Mit Blick auf die Nachwuchsförderung macht sich der Verband auch für Informatik als Schulpflichtfach stark. Zugleich solle der Staat als größter IT-Auftraggeber für mittelstandsgerechte Ausschreibungen sorgen - etwa durch kleinere Losgrößen bei öffentlichen Aufträgen. (dpa/rs)

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