Immer mehr Verträge werden vorzeitig beendet

IT-Outsourcing: Die fetten Jahre sind vorbei

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
IT-Service-Provider verschlafen ihren Untergang. So lautet, überspitzt gesagt, das Fazit einer Studie des Marktforschers Diamond Cluster International über Outsourcing. Demnach hat fast jedes zweite US-Unternehmen in diesem Jahr einen Vertrag vorzeitig beendet - im Jahr 2004 war es erst ein Fünftel.
Die faktischen Pläne von Kundenseite, in Offshore- und Onshore-Outsourcing zu investieren
Die faktischen Pläne von Kundenseite, in Offshore- und Onshore-Outsourcing zu investieren

Mit dem Anbieten von IT-Outsourcing-Services kann Umsatz gemacht werden - nach wie vor. Aber der Markt hat seinen Zenit überschritten. Die meisten Provider haben nicht erkannt, welche Herausforderungen sie schultern müssen. Das beginnt bei der Einschätzung der Lage: 82 Prozent der Offshore-Anbieter wiegen sich in dem falschen Glauben, dass die Budgets für OutsourcingOutsourcing dieses Jahr steigen. Faktisch aber erklären nur 64 Prozent der befragten Unternehmen, ihre Etats anzuheben. Ähnlich sieht es beim Thema Onshore aus: 62 Prozent der Dienstleister erwarten mehr Investitionen von Kundenseite. Tatsächlich planen das aber nur 50 Prozent der Unternehmen. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Die Erwartungen der Provider an Investitionen durch die Kunden
Die Erwartungen der Provider an Investitionen durch die Kunden

Aus Unternehmenssicht sprechen drei Gründe gegen das Outsourcing: Erstens stellen CIOs und Geschäftsleitungen immer öfter fest, Bereiche ausgelagert zu haben, die eigentlich zu ihren Kernkompetenzen zählen. Diese werden nun wieder zurückgeholt. Zweitens erfüllt Outsourcing häufig die Erwartungen nicht und drittens geben viele Befragte zu, sie hätten die Komplexität unterschätzt, die mit der Partnersuche oder dem Aushandeln von Verträgen verbunden ist.

Die Anbieter erkennen die Zeichen nicht

Fazit der Analysten: Der Markt ist für die Provider schwieriger geworden. Dabei neigen viele Dienstleister aber dazu, selbst deutliche Anzeichen zu übersehen. So haben in diesem Jahr bereits 47 Prozent der befragten Unternehmen mindestens einmal einen Outsourcing-Vertrag vorzeitig aufgekündigt. Vor zwei Jahren lag diese Rate noch bei 21 Prozent.

Diesen Punkt haben die Autoren der Studie genauer unter die Lupe genommen. Sie wollten wissen, welche Gründe zu einem vorzeitigen Vertrags-Abbruch führen. Auch dabei gehen die Sichtweisen von Kunden und Anbietern drastisch auseinander: