Finance IT


Risiko-Umfrage

IT-Risiken wiegen schwerer als Betrugsdelikte

28. November 2011
Von Ursula Pelzl
Banker sehen im IT-Bereich das höchste Gefährdungspotenzial. Doch das Betrugsrisiko durch Mitarbeiter steigt und die Sicherheitsvorkehrungen sind nicht ausreichend.
Risiken im IT-Bereich stehen für Banker auf der Liste der operativen Risiken an erster Stelle.
Risiken im IT-Bereich stehen für Banker auf der Liste der operativen Risiken an erster Stelle.
Foto: Ernst & Young

Banken sind nicht ausreichend gegen Betrug geschützt, das ist das Fazit aus einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter 100 Geldinstituten in Deutschland. Ein Ergebnis, das erstaunt. Ist doch das Risiko, durch eigene Mitarbeiter geschädigt zu werden, in den vergangenen Jahren nachweislich gestiegen. Auch für die Zukunft erwarten die Institute eine weiter steigende Zahl an Betrugsversuchen. Jede neunte Bank berichtet von einem Betrugsfall in jüngster Zeit. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Im Widerspruch dazu steht, dass in der Bewertung aller operativen Risiken die befragten Kreditinstitute das höchste Gefährdungspotenzial in der IT sehen.

Die zum Teil spektakulären Betrugsdelikte der vergangenen Jahre haben auch deutsche Bankmanager für das Thema „Betrug durch eigene Mitarbeiter“ sensibilisiert. 29 Prozent der Befragten können für die vergangenen Jahre eine leichte Zunahme dieses Risikos feststellen, weitere zehn Prozent erkennen eine deutliche Erhöhung. Nur fünf Prozent sehen hingegen ein gesunkenes Risiko.

„Die Furcht vor kriminellen Handlungen wächst. Wenn es einem einzelnen Mitarbeiter möglich ist, ein ganzes Institut in Turbulenzen zu bringen, klingeln in der gesamten Branche die Alarmglocken“, kommentiert Dirk Müller-Tronnier, Leiter Banking & Capital Markets bei Ernst & Young die Studienergebnisse.

Für die kommenden Jahre gehen die Institute von einem weiter steigenden Betrugsrisiko aus – trotz der zum Teil erheblichen Sicherheitsvorkehrungen, die die BankenBanken inzwischen getroffen haben. Dazu zählen die mit viel Aufwand umgesetzten gesetzlichen Regelungen zur Betrugsverhinderung (Mindestanforderungen an das Risikomanagement, Geldwäschegesetz). Die Mehrzahl der Geldinstitute schreibt ihnen allerdings kaum nennenswerte Wirkung zu: Nur 15 Prozent der Befragten können deutlich positive Effekte dieser Vorgaben feststellen, weitere 46 Prozent sehen nur geringfügige Auswirkungen, 39 Prozent überhaupt keine. Top-Firmen der Branche Banken

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