Optimierungspotenzial

IT stärker an den Geschäftsprozessen ausrichten

21. September 2015
Stephan Schleicher ist Teil des Management Teams im Bereich Application Development Maintenance (ADM) beim Beratungsunternehmen Capgemini in Deutschland.
Als Sourcing Spezialist unterstützt er seit über 17 Jahren Kunden bei der Lösung von komplexen Herausforderungen über den gesamten Lebenszyklus von Applikationen in unterschiedlichen Branchen. Hier legt er insbesondere Wert auf Kostenreduktion, Transformation und Innovation aus der IT heraus für das originäre Business als tragenden Säulen bei der Gestaltung von zukunftsfähigen, globalen Liefermodellen.
Die Digitalisierung der Prozesse steht nicht nur auf der Business- wie auch der IT-Seite ganz oben auf der Agenda. Damit beide Seiten einander verstehen braucht man einen systematischen Prozess.

Aktuelle Ergebnisse der Capgemini IT-Trends-Studie 2015 zeigen, dass sich CIOs mit gesteigerten Anforderungen an die IT-Effizienz sowie Kostensenkungspotenzialen auseinandersetzen müssen. Außerdem wird mehr Tempo bei der Bereitstellung von IT-Services, größere Innovationsfähigkeit, Datensicherheit sowie bessere Informationsauswertung und -nutzung verlangt. Kurzum, in der Agenda 2015 spiegelt sich die Digitalisierung wider, deren Ausbau für mehr als ein Drittel der CIOs eine der wichtigsten Anforderungen in diesem Jahr ist.

Die Geschäftsprozessmethode stellt nicht nur eine Möglichkeit dar, Prozesse zu optimieren, sondern bildet auch eine beidseitige Kommunikationsbasis. Die Business-Seite wird dazu befähigt, Anforderungen auf präzise Weise zu formulieren und zu strukturieren, so dass die Business- und IT- Seite sowie das Management ein gegenseitiges Verständnis entwickeln.
Die Geschäftsprozessmethode stellt nicht nur eine Möglichkeit dar, Prozesse zu optimieren, sondern bildet auch eine beidseitige Kommunikationsbasis. Die Business-Seite wird dazu befähigt, Anforderungen auf präzise Weise zu formulieren und zu strukturieren, so dass die Business- und IT- Seite sowie das Management ein gegenseitiges Verständnis entwickeln.
Foto: Capgemini

Diese Erwartungen kommen vor allem von der Business-Seite die erkannt hat, dass die Digitalisierung Produkteinführungszeiten verkürzt, das Kundenerlebnis steigert und neue Geschäftsmodelle entwirft. Folglich muss die IT-Seite mit der Digitalisierung schritthalten, während sie sich gleichzeitig mit Altsystemen und komplexen IT-Landschaften auseinandersetzt.

Zusammenhänge zwischen Geschäfts- und IT-Architektur erkennen

Support-Anfragen der Business-Seite gehen in der IT-Abteilungen ein, die auf diese entsprechend des Schwierigkeitsgrades reagiert und sie bearbeitet. Die IT-Abteilung wird auf Basis des erforderlichen Servicelevels und der Reaktionszeit bewertet. Könnte die IT-Abteilung Ausfälle auf der Business-Seite im Voraus prognostizieren, könnten Probleme proaktiv angegangen und dadurch die Prozesssicherheit gewährleistet werden. Die Geschäftsprozessmethode (Business-Process-Focus-Methode) ist eine gute Möglichkeit, dies zu gewährleisten. Anhand dieser kann sichergestellt werden, dass alle IT-Prozesse darauf ausgerichtet sind, die Effizienz und die Effektivität der Business-Prozesse zu steigern .

Zunächst müssen strategische Grundsätze entwickelt werden, an denen sich sowohl die zukünftige IT-Landschaft, als auch die Geschäftsprozesse ausrichten. Durch die Erstellung einer Geschäftsfähigkeitslandkarte (Business Capability Map) können Zusammenhänge zwischen Geschäfts- und IT-Architektur dargestellt werden, was zu reibungsloseren und effektiveren Geschäftsprozessen führt. Dies erfolgt anhand von vier Schritten:

  1. In jedem Geschäftsbereich werden grobgranulare Funktionalitäten, sogenannte Geschäftsfähigkeiten (Business Capabilities) identifiziert, die für den Geschäftserfolg entscheidend sind.

  2. Darauf aufbauend werden Key Performance Indicators (KPIs) für das Application Managment (AM) und das Business festgelegt.

  3. Diese Kennzahlen werden anhand einer Aggregation von internen und externen Daten messbar gemacht. Somit können IT-Anforderungen danach bewertet werden, ob sie sich an den strategischen Geschäftszielen orientieren oder weniger wichtige Ziele verfolgen.

  4. Schließlich werden die Daten visualisiert, um Abweichungen von der Strategie, steigende Kosten sowie den Geschäftswertbeitrag schnell zu erkennen und um proaktive Verbesserungsmaßnahmen einleiten zu können.

Dieses Vorgehen ermöglicht eine größere Transparenz berzüglich der erforderlichen IT-Unterstützung von aktuellem und zukünftigem Geschäft.

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