Offensive vs. defensive IT-Strategien in der Praxis

IT-Strategien richtig überwachen - Teil 2

21. August 2006
Von Richard Nolan und F. Warren McFarlan
IT-Investitionen zu steuern ist eine schwierige Aufgabe. Unternehmen sind von der Technik abhängig, und gleichzeitig nimmt deren Komplexität zu. Eine Kontrolle der IT-Aktivitäten auf Aufsichtsratsebene ist notwendig. Aber sie muss zur Firmenstrategie passen. In zweiten Teil der Serie zeigen die Autoren, welche Vor- und Nachteile eine defensive oder offensive Ausrichtung der IT-Strategie haben.
Richard Nolan ist Professor emeritus für Wirtschaft an der Harvard Business School in Boston und Professor für Management and Organization an der University of Washington Business School in Seattle.
Richard Nolan ist Professor emeritus für Wirtschaft an der Harvard Business School in Boston und Professor für Management and Organization an der University of Washington Business School in Seattle.

Es ist hilfreich, anhand zweier Fragen zu beurteilen, wie stark sich der Aufsichtsrat engagieren sollte. Erstens: Wie abhängig sind Unternehmen von kostengünstigen, störungsfreien, sicheren und zuverlässigen Technologiesystemen? (Wir nennen dies "defensive" IT.)

Zweitens: Wie abhängig ist die Wettbewerbsposition des Unternehmens von Systemen, die zusätzlichen Wert durch Dienstleistungen und Produkte stiften oder die für das Reagieren auf Kundenwünsche entscheidend sind (von uns "offensive" IT genannt)?

Anhand dieser Fragen lassen sich Unternehmen in die strategische Matrix zur Messung des IT-Einflusses einordnen. Entweder ist das Thema Technologie eine Routineaufgabe, die das bereits bestehende Audit Committee erledigen kann, oder es gehört zu den Kernaufgaben eines Aufsichtsrats und erfordert intensive Überwachung und Unterstützung.

Sieht das Unternehmen das Thema IT aus einer eher defensiven Warte, geht es im Wesentlichen um Zuverlässigkeit. IT-Systeme zu pflegen und am Laufen zu halten ist wichtiger für das operative Geschäft als dafür, die Konkurrenz zu überholen.