Die wöchentliche-CIO-Kolumne

IT-Strategietage, die Erste

24. Februar 2003
Von Marita Vogel
Kaum ein Thema steht momentan so im Vordergrund wie die Notwendigkeit, die IT kostengünstig und effektiv zur Wertschöpfung des Unternehmens einzusetzen. Das zeigte auch die große Nachfrage zu den Hamburger IT-Strategietagen, die Hamburg@work mit CIO und Computerwoche vergangene Woche durchführte. 530 IT-Entscheider konnten teilnehmen, weiteren 200 Interessenten mussten wir leider absagen. Doch eines gleich vorweg: Im nächsten Jahr wird die Veranstaltung erneut stattfinden - oder etwas vorsichtiger: Das müsste schon mit dem Branchenteufel zugehen, wenn nicht!

Vielleicht schlafen wir im Vorfeld dann auch etwas ruhiger, verbrauchen weniger Kaffee und haben am Veranstaltungstag trockenere Hände. Alle - Redaktion, Organisationsverantwortliche, Sponsoren und Referenten - waren jedenfalls absolut überrascht von der großen Nachfrage. Und wir freuen uns, dass alles gut über die Bühne ging und die Teilnehmer viele Informationen und Anregungen mit nach Hause nehmen konnten.

Dazu gehörte zweifellos die ausführliche Präsentation von Friedrich Fröschl, CIO der Siemens AGSiemens AG. Der stellte dar, wie dort die IT aufgestellt ist und welche Einsparpotenziale noch immer vorhanden sind. Fröschl plant, die IT-Kosten innerhalb der nächsten zwölf Monate durch Umstrukturierung um weitere 280 Millionen Euro zu reduzieren; bei 128 Millionen stehe der Sparpegel bereits heute, so Fröschl. Und René Schlagentweith von der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) erläuterte sehr praxisnah, dass nicht alle technischen Möglichkeiten unbedingt ausgeschöpft werden müssen - nicht alles sei effektiv. Top-500-Firmenprofil für Siemens AG

Die unterschiedlichen Auffassungen über OutsourcingOutsourcing wurden auf den Strategietagen ebenfalls ausgeleuchtet: Peter Dück vom Marktforschungsunternehmen Gartner wies darauf hin, dass externe Anbieter oft andere Synergien und eine höhere Professionalität bieten könnten. Diese Meinung teilt Thomas Tribius, CIO des Axel Springer Verlags, aber nicht: Der Hamburger Medienkonzern verfolge sehr erfolgreich die Strategie einer "internen IT-Dienstleistung"; Outsourcing sei der falsche Weg. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Großes Interesse fanden die über zehn Fallbeispiele und Trendpräsentationen. Die Teilnehmer erfuhren unter anderem Einzelheiten zur Data-Warehouse-Lösung von Consors, dem E-Business-Modell hinter Travelchannel sowie zum IT-Controlling bei der Commerzbank. "Einige Ergebnisse lieferten Anregungen oder auch Einschätzungen zu Lieferanten und Produkten", sagte Gabriele Schmidtsdorf, CIO bei Tchibo.

Am Rande der Veranstaltung fanden sich viele CIOs und IT-Entscheider zum informellen Gespräch zusammen. "Eine angenehme Networking-Atmosphäre", sagte Helmut Meitner, Partner der Roland Berger Strategy Consulting. Diese Stimmung setzte sich auch beim Abendtermin fort - bei Wein, Bier und Fingerfood pflegten etwa Springer-CIO Tribius, Legrand-CIO Karsten Vor, Henning Stams, CIO von Mummert Consulting, und Kelloggs-IT-Geschäftsleiter Torsten Niemietz Kontakte.

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