IT-Dienstleister lernen von der Autoindustrie

IT-Systemdienstleister müssen Mehrwert schaffen

09. Juli 2008
Hartmut Lüerßen ist Partner der Lünendonk GmbH. Die Marktanalyse- und Beratungsschwerpunkte von Hartmut Lüerßen sind Digitalisierung, Trends in der IT-Beratung sowie IT-Service, Engineering Services und Personaldienstleistungen.
Der Markt für Technologie-Beratung und Engineering Services boomt. Kurze Produkt-Innovationszyklen, der Wunsch nach Flexibilität und eine Verlagerung der Wertschöpfung treiben die Nachfrage. Engineering- und IT-Dienstleister werden erfolgreich sein, wenn sie ein Partnerschaftsmodell forcieren, branchenspezifisch Mehrwert für Unternehmen schaffen und die Verantwortung dafür übernehmen.
"Die Anforderungen an Disziplinen-übergreifendes Know-how steigen spürbar an", sagt Hartmut Lüerßen, Geschäftsführer des Dienstleistungs- und Marktforschungsunternehmens Lünendonk.
"Die Anforderungen an Disziplinen-übergreifendes Know-how steigen spürbar an", sagt Hartmut Lüerßen, Geschäftsführer des Dienstleistungs- und Marktforschungsunternehmens Lünendonk.

Die Automobilindustrie ist geprägt von einer geringen Fertigungstiefe. In dieser Eigenschaft dient sie auch für Business-to-Business-Dienstleistungsmärkte wie IT-Services oder Technologie-Beratung und Engineering Services gerne als Vorbild, wenn es darum geht, aufzuzeigen, wie Dienstleister mehr Verantwortung übernehmen können und aktiv Teil der Wertschöpfung werden.

Erklärtes Ziel vieler großer Technologie-Beratungs- und Engineering-Services-Anbieter ist es denn auch, eine ähnliche Position bei den großen (Automobil-)Kunden zu erreichen, wie sie sich die Systemlieferanten in den letzten 30 Jahren erarbeitet haben. Sie wollen gewissermaßen zum Systemdienstleister werden. Beispielhaft für diesen Anspruch stehen Unternehmen wie EDAG, Euro Engineering, ESG, Ferchau, Tieto Enator oder Yacht-Teccon.

Während es für die IT-Services-Unternehmen darum geht, die IT für ihre Kunden zu betreiben und darüber hinaus auch im Rahmen von Business Process OutsourcingOutsourcing (BPO) Teile von Verwaltungsprozessen zu übernehmen, liegt der Fokus der Technologie-Beratungs- und Engineering-Services-Anbieter auf der Produktentwicklung ihrer Kundenunternehmen. Aufgrund der Größe von etwa 100 Milliarden Euro im Inland ist die Automobilbranche dabei der wichtigste Absatzmarkt für die Technologie-Berater und Engineering-Services-Anbieter, gefolgt von der Luft- und Raumfahrt sowie Maschinenbau und Telekommunikation. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Bedarf an externer Unterstützung wächst

Der Bedarf an externer Unterstützung ist da. Das zeigen auch die Wachstumszahlen der führenden Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services: So konnten die Top 25 Unternehmen ihren Umsatz in 2007 durchschnittlich um 14,6 Prozent auf insgesamt 3,26 Milliarden Euro steigern. Auch die Erwartungen für das Jahr 2008 sind positiv. Die führenden Anbieter erwarten ein durchschnittliches Marktwachstum von mehr als zwölf Prozent. Das zeigt die aktuelle Lünendonk-Studie 2008: "Führende Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services in Deutschland".