Business Continuity

IT-Systeme: Ausfallsicherheit im Kostenvergleich

27. März 2007
Von Ulrich Lenz
Der Ausfall wichtiger IT-Systeme kann für ein Unternehmen gravierende Folgen bis hin zur Existenzgefährdung haben. Standby-, Cluster- und fehlertolerante Server bieten Ausfallsicherheit auf verschiedenem Niveau. Allerdings erweisen sich oft preiswerte Lösungen mittelfristig als kostspielig.
Ausfallkosten: Geschätzte Kosten von Systemausfällen bei HP innerhalb eines Jahres. (Quelle: HP User Group)
Ausfallkosten: Geschätzte Kosten von Systemausfällen bei HP innerhalb eines Jahres. (Quelle: HP User Group)

Sicherheit gibt es auch in der IT nicht zum Nulltarif. Wer für seine Geschäftsprozesse mehr Verfügbarkeit benötigt, als sie die handelsüblichen Systeme bieten, muss mit höheren Kosten sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt rechnen. Allerdings kann der Verzicht auf zusätzliche Sicherheit ganz schön teuer werden - wobei den wenigsten Unternehmen bewusst ist, wie viel sie ein auch nur kurzzeitiger Ausfall ihrer Server-Systeme kosten kann.

Oft besteht schon über die wahrscheinlichen Ausfallzeiten der eingesetzten Systeme nur wenig Klarheit. "Normale" Server, also Systeme, die nicht speziell für hohe Zuverlässigkeit getunt sind, erreichen heute eine Verfügbarkeit von rund 99,5 Prozent. Das ist zwar erheblich mehr, als solche Geräte früher erreicht haben, bedeutet aber immer noch eine mittlere jährliche Ausfallzeit (Downtime) von über 40 Stunden. Cluster-Systeme erreichen heute Verfügbarkeitswerte zwischen 99,95 und 99,99 Prozent und fallen damit auch noch bis zu einer Stunde pro Jahr aus.

Systemausfälle und ihre Folgen

Die Kosten von einer Stunde Server-Stillstand hängen stark von der jeweiligen Branche und der Art des jeweiligen Geschäftsmodells ab. Auch in Zeiten vollständiger IT-Durchdringung gibt es natürlich immer noch Tätigkeiten, denen man sich zuwenden kann, solange die IT nicht verfügbar ist: Man kann zum Beispiel ein Meeting einberufen, telefonieren, einen Kunden besuchen, eine Kaffeepause halten und die liegengebliebenen Arbeiten später nachholen.

Ganz anders verhält es sich, wenn die IT die Prozesse nicht unterstützt, sondern sie unmittelbar steuert. Dann steht während einer Downtime beispielsweise die Produktion oder Auslieferung, Artikel kommen nicht aus dem Lager, Kunden können nicht bestellen oder - noch schlimmer - nicht bezahlen. Die Kosten für ausgefallene Arbeitszeit, als Ergebnis von Stundensatz und Zahl der betroffenen Mitarbeiter, können immer nur einen sehr groben Anhaltspunkt liefern, denn meist sind andere Faktoren gravierender: Womöglich sind auch Vertragsstrafen für nicht rechtzeitig erfolgte Lieferungen zu bezahlen, in der Automobilproduktion heute eine gängige Praxis.