Von Atos Origin bis T-Systems

Jahres-Rückblick deutscher IT-Services-Markt 2006

22. Dezember 2006
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
TUI Infotec mutiert zum Halb-Inder und T-Systems flirtet mit Atos Origin, das waren die größten Aufreger. Insgesamt aber hat der deutscher Markt in Sachen Outsourcing mit nur wenigen Mega-Deals ein schwaches Jahr hinter sich, so PAC-Analyst Christophe Chalons. Auch seine Kollegen sind sich einig: Es ist zwar Kuchen da, aber die Stücke werden kleiner.

Der Marktforscher Gartner schätzt den deutschen Outsourcing-Markt in diesem Jahr auf 12,1 Milliarden Euro und hält bis 2010 ein Wachstum auf 18,3 Milliarden Euro für realistisch. Die Kollegen von Ovum hatten für 2005 knapp acht Milliarden Euro angegeben. Frank Wilden, Generalbevollmächtigter European Business Development bei CSC, hält allerdings nichts von solchen Zahlenspielereien. "Die Statistiken suggerieren ein Volumen, das es in dieser Größe gar nicht gibt", sagt er. Schließlich finde ein Gutteil der Outsourcing-Deals zwischen großen Unternehmen und ihren IT-Töchtern statt.

Wie immer man die Zahlen interpretieren mag - als unumstritten gilt der Trend zu immer kürzeren und immer kleineren Verträgen.

2006 waren denn auch nicht viele große Deals zu vermelden. Einer der spektakulärsten ereignete sich noch in den letzten Tagen des Jahres 2005: Der Volkswagen-Konzern verkaufte seine IT-Tochter Gedas an T-Systems - noch einige Wochen zuvor hatte Klaus-Hardy Mühleck dem Magazin CIO gegenüber beteuert, Gedas sei ein wichtiger Bestandteil der VW-Strategie. Auf die Frage nach dem Kaufpreis traten beide Seiten auf die Bremse, Brancheninsider gehen von 400 bis 450 Millionen Euro aus.

Eisiger Winter: SBS gibt an Fujitsu Siemens Computers ab

Das Jahr begann unruhig für SBS: Der Bereich SBS Product Related Services (PRS), zweitgrößter Anbieter in Deutschland für Plattform-unabhängige Dienstleistungen wie Hochverfügbarkeitslösungen, Konsolidierungen oder Migrationen, ging an Fujitsu Siemens Computers.

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