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Keine Gefahr durch Outsourcing

Java-Entwickler gehören zu gefragtesten Freiberuflern

03. August 2015
Ina Hönicke ist freie Journalistin in München.
Die Nachfrage nach Externen steigt – angetrieben von der starken Entwicklung im Web-Sektor. Gefragt sind vorrangig Entwickler mit Java- und C++-Wissen.

"Softwareentwickler gehören zu den meistgesuchten Experten - vor allem solche mit Java-Know-how", erklärt Thomas Müller, Geschäftsführer des Personaldienstleisters Solcom. Diese Programmiersprache sei durch die ständige Weiterentwicklung, einfache Verfügbarkeit und die Vielzahl an kostenlos verfügbaren Frameworks in der Web- und Anwendungsentwicklung sehr gefragt. So würde Java-, aber auch C++Know-how eine konstant hohe Nachfrage verzeichnen.

Mit den Aufträgen stiegen allerdings auch die Anforderungen an die Programmierer, so der Solcom-Geschäftsführer: "Aufgrund der zunehmenden Komplexität werden sich Experten weiter spezialisieren - gleichzeitig aber auch in übergreifenden Strukturen denken müssen." Dabei gelte: je komplexer eine Aufgabe, desto häufiger würden freiberufliche Experten beauftragt.

Schließlich seien IT-Freelancer berufsbedingt immer auf dem neuesten Stand der Technik und brächten aufgrund ihrer vielfältigen Projekterfahrung viel Know-how mit. "Je vielfältiger eine Technologie ist, desto mehr mögliche Einfalltore gibt es auch", meint Müller. Hier tut sich seiner Meinung nach noch ein großes Feld für qualifizierte Externe auf.

Auftragsflut für Software-Entwickler

Dass die Chancen für freiberufliche Softwareentwickler seit Jahren durch Outsourcing bedroht sein sollen, kann Müller nicht bestätigen. Seiner Erfahrung nach sind von Outsourcing hauptsächlich wenig komplexe und hochstandardisierte Anwendungen betroffen - aber auch zeitaufwändige Programmierarbeiten, zum Beispiel in der Anwendungsentwicklung oder das Netzwerk- und Daten-Management.

"Wer Softwareentwickler ist, kann sich in der Tat nicht über mangelnde Nachfrage beklagen", bestätigt auch Christian Müller, freiberuflicher Java Backend-Entwickler. So hätten Kollegen, die bislang pendeln mussten, in kürzester Zeit neue Aufträge in der Nähe ihres Heimatortes gefunden. Da er vorwiegend in der Web-Entwicklung arbeite, spielten Hype-Themen wie das Internet of Things noch keine so große Rolle. Es gehe da eher um Schnittstellenprogrammierung. Der Freelancer ist aber sicher, dass sich hier für Selbständige neue Felder auftun.

Nach wie vor hätten App-Entwickler gute Chancen, schnell vermittelt zu werden. "Last, but not least, ist der Wille, jeden Tag Neues zu erlernen, für weitere Projekte entscheidend", betont Müller. Der Informatiker, der seine ersten Jahre als Festangestellter verbrachte und seit drei Jahren freiberuflich tätig ist, blickt optimistisch nach vorne: "Die Entwickler stehen auf der Wunschliste der Unternehmen weit oben, und ich kann unternehmerisch tätig sein." Vor allem das zähle für ihn.

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