M2M und Big Data

Jeder BMW entscheidet in Echtzeit

24. Juni 2013
BMW forciert den Einsatz von Big Data. CIO.de hat bei André Luckow, zuständig für IT Innovation in der BMW Group, nachgefragt, wo Daten entstehen und wie sie verarbeiteten beziehungsweise ausgewertet werden.
André Luckow, BMW Group: Daten fallen in der gesamten Wertschöpfungskette an.
André Luckow, BMW Group: Daten fallen in der gesamten Wertschöpfungskette an.
Foto: BMW

Herr Luckow, Sie sind am 24. Juni auf dem Big-Data-Kongress des Bitkom. Was versprechen Sie sich von der Veranstaltung?

André Luckow: Der Kongress ist für uns interessant, weil dort Teilnehmer aus den verschiedensten Bereichen der IndustrieIndustrie und der Forschung zusammenkommen. Top-Firmen der Branche Industrie

Wo entstehen bei BMW gerade die größten Datenberge?

Bei der BMW Group fallen Daten in der gesamten Wertschöpfungskette an - während der Entwicklung, der Produktion, der Nutzung des Fahrzeuges und im Service. Sensoren im Fahrzeug erzeugen mehrere Gigabyte an Daten pro Fahrt, in den Werken überwachen verschiedenste Systeme den Fortschritt der Produktion und im Service werden mehrere Gigabyte Diagnosedaten pro Tag generiert. Unser Angebot Connected Drive vernetzt Fahrer, Fahrzeug und die Außenwelt. So nutzt zum Beispiel Real Time Traffic Information während der Fahrt anonymisierte Sensordaten des Fahrzeuges, um Verkehrsprognosen zu erstellen.

An welchen Stellen sprechen sonst noch Maschinen mit Maschinen?

In jedem Auto werden auf Basis von Sensordaten Entscheidungen in Echtzeit getroffen und ausgeführt - Systeme wie das Antiblockiersystem oder die Aktive Geschwindigkeitsregelung sind gute Beispiele dafür. Die meisten dieser maschinengenerierten Daten werden nicht gespeichert. In Zukunft möchten wir noch mehr dieser Rohdaten speichern und nutzen, um noch intelligentere Maschinen und Systeme zu entwickeln.

Versuchen Sie, die Datenmenge noch inhouse zu bewältigen? Nutzen Sie Cloud-Angebote?

Bei der BMW Group sind Cloud-Services seit mehr als fünf Jahren im Einsatz. Wir nutzen zum Beispiel diverse Plattform- und Infrastrukturdienste für das Web-Hosting, Video-Streaming und Hochleistungrechnen. Für eine zunehmende Anzahl von Diensten besitzen wir außerdem eine Private Cloud Umgebung, damit kritische Daten unsere Rechenzentren nicht verlassen müssen. Public Clouds sind meist nicht für unsere Daten geeignet.

Wo sehen Sie neue Geschäftsmodelle durch Big Data entstehen?

Insbesondere bei neuen Mobilitätsdienstleistungen entstehen derzeit viele neue Angebote, die zum großen Teil datengetrieben sind. Unser Car Sharing DriveNow ist dafür das beste Beispiel.

André Luckow ist in IT Innovation der BMW Group tätig. Dort beschäftigt er sich mit der Anwendung innovativer IT Technologien in den Prozessen und Produkten der BMW Group. Sein Schwerpunkt sind aktuell die Herausforderungen rund um den Einsatz von Big-Data-Technologien. Dabei fokussiert er sich auf die Nutzung von Datenanalyse- und Machine-Learning-Methoden zur Unterstützung von Entscheidungen und Prozessen sowie den Aufbau der notwendigen Daten-Infrastruktur

Der BITKOM BIG DATA SUMMIT 2013 findet am 24. Juni 2013 in Bonn statt. Weitere Informationen.